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Die Münchner Schule

1850 - 1914


Bücher aus Bayern   Herausgeber: Bayerische Staatsgemäldesammlungen, Ausstellung Haus der Kunst e.V.
Verlag: Bruckmann Verlag
ISBN: B002OQX7LC ()
Erscheinung: 1979
Seiten: 454

Katalog zur Ausstellung der Bayerischen Staatsgemäldesammlung und Ausstellungsleitung Haus der Kunst e. V. vom 28. Juli bis 7. Oktober 1979

Erich Steingräber

Vorwort

Die erste umfassende Gesamtdarstellung der Münchner Malerei im 19. Jahrhundert erfolgte durch F. Oldenburg L.Teil: 1800-1850, München 1922) und H. Uhde-Ber-nays (2.Teil: 1850-1900, München 1926). Obwohl in jüngerer Zeit wichtige monographische und auch problemgeschichtlich orientierte Beiträge unser Bild von dieser seit der Jahrhundertmitte wichtigsten deutschen Malerschule entschieden erweitert haben, fehlte es bisher an einer umfassenden Ausstellung der Münchner Malerei des 19. Jahrhunderts. Anläßlich ihres 50jährigen Jubiläums gab die Städtische Galerie im Lenbachhaus in Zusammenarbeit mit den Bayerischen Staatsgemäldesammlungen und der Graphischen Sammlung im Frühjahr einen eindrucksvollen Überblick über die »Münchner Landschaftsmalerei 1800-1850«.

Während die wichtigsten Leistungen der Münchner Malerei in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts durch die Landschaftsmaler bestritten wurden, weitete sich gegen die Jahrhundertmitte der Motivschatz aus: das Genre, das Tierstück, das Stilleben, die Historienmalerei und das Porträt traten gleichberechtigt neben die Darstellung der Landschaft. Dieses erweiterte Repertoire, dem unsere Ausstellung Rechnung trägt, gehört wesentlich zum Begriff der »Münchner Schule«, die zu einer Zeit internationale Geltung erlangte, als die Blüte der bis in die verziger Jahre in Deutschland führenden Düsseldorfer Malerschule verblaßte. Es war die Dominanz des »Malerischen«, aber auch ihre Integrationskraft, die fruchtbare Zusammenarbeit mit den vielfältig talentierten »freien« Künstlern, der die Münchner Akademie unter der Regierung König Maximilians II. und darüber hinaus die öffentliche Führungsrolle in Deutschland verdankt. Der v54 eröffnete Glaspalast entsprach den steigenden Bedürfnissen der Kunststadt München, die noch im ersten goldenen« Dezennium unseres Jahrhunderts, unter dem •-..nstsinnig-liberalen Regiment des Prinzregenten, nach ussage von Thomas Mann »leuchtete«. Damit ist der etliche Rahmen der Ausstellung abgesteckt.

Die Veranstalter haben zahlreichen Leihgebern aufrichtig zu danken. Besonders bewährt hat sich die gute Zusammenarbeit mit der Städtischen Galerie im Lenbachhaus (Armin Zweite und Helmut Friedel). Die Hamburger Kunsthalle (Werner Hofmann und Helmut R. Leppien) hat sich gewiß nicht leichten Herzens entschlossen, eines der Hauptwerke des bedeutendsten Münchner Malers im späteren 19. Jahrhundert, die »Drei Frauen in der Kirche« von Wilhelm Leibl, für unsere Ausstellung zur Verfügung zu stellen. Mit Leihgaben beteiligten sich ferner die Nationalgalerie Berlin-West (Dieter Hönisch und Peter Krieger), die Kunsthalle Bremen (Günter Busch), das Landesmuseum Hannover (Hans Werner Grohn), das Wilhelm-Busch-Museum Hannover (Herwig Guratzsch), die Staatlichen Kunstsammlungen Kassel (Erich Herzog) sowie das Münchner Stadtmuseum (Marta Dresbach und Helga Schmoll-Hofmann).

Es hat den Veranstaltern dieser Ausstellung besonders daran gelegen, das Publikum mit wenig oder bisher gar nicht bekannten Bildern aus Privatbesitz zu überraschen. Hier hat Herr Fritz Schäfer, der Hüter der Sammlung Georg Schäfer in Schweinfurt, der mit Abstand größten und bedeutendsten Privatsammlung deutscher Malerei des 19. Jahrhunderts, besondere Großzügigkeit bewiesen. Aber auch allen anderen Sammlern, die sich von ihren mit Liebe gehüteten Schätzen für die Zeit der Austeilung trennten, gilt unser herzlichster Dank. Dazu gehören führende Repräsentanten des Münchner Kunsthandels. Sie werden in der Liste der Leihgeber aufgeführt, sofern sie nicht gebeten haben, ungenannt zu bleiben.

Wichtige Anregungen, die die Münchner Malerei in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts aus England, Frankreich und Belgien erhalten hat, werden durch charakteristische Beispiele belegt. In diesem Zusammenhang haben wir folgenden Leihgebern zu danken: The Metropolitan Museum of Art, New York (Philippe de Montebello), Musée du Louvre, Paris (Michel Laclotte), Victoria and Albert Museum, London (C. M. Kauffmann), Musée des Beaux-Arts, Caen (Mesdames F. Debaisieux und F. Ronille), und Musée des Beaux-Arts, Tournai (Léonce Pion).

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