»Ein winzig Bild vom großen Leben« - Kemp Judith
 

Publikationen

»Ein winzig Bild vom großen Leben«

Zur Kulturgeschichte von Münchnens erstem Kabarett Die Elf Scharfrichter (1901–1904)

Autor Kemp Judith
Verlag Allitera Verlag
Seiten 408
Gattung Historisches Sachbuch
Themenbereich Humor/Kabarett/Satire
Regierungsbezirk Oberbayern
Suchbegriff Die Elf Scharfrichter
Buchart Paperback/Broschur
ISBN | EAN 386906921X | 9783869069210
ErschienenOktober 2017 (München)

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»Die beste Bühne, die wir zur Zeit in München haben, ist die der Elf Scharfrichter«, so urteilte die lokale Presse im Dezember 1901, ein halbes Jahr nach Eröffnung des ersten Münchner Kabaretts, das bis 1904 bestand. Mit prominenten Mitgliedern wie Frank Wedekind, Otto Falckenberg und Heinrich Lautensack gelang es den Scharfrichtern in dieser Zeit, sich als wichtige Institution innerhalb der Münchner Kulturszene zu etablieren. Zu ihren erklärten Absichten zählten die künstlerische Aufwertung der Unterhaltungskultur und damit einhergehend eine umfassende Erneuerung des Theaters, wie sie von zahlreichen Intellektuellen und Künstlern um 1900 angestrebt wurde. Judith Kemp präsentiert eine erstmalige detaillierte Beschreibung, Analyse und Einordnung dieses vielbeachteten Theaterensembles, das die deutsche Kabarettgeschichte begründete.

Rezension

»Ein winzig Bild vom großen Leben«

»Ein winzig Bild vom großen Leben« – das versprach Willy Rath in seinem Vorspruch für das
Programm der »Elf Scharfrichter«. Und daran hat sich auch Judith Kemp in ihrer Kulturgeschichte
dieser legendären Münchner Institution gehalten. Der Musik- und Theaterwissenschaftlerin gelingt
es, Münchens erstes Kabarett nicht nur so vollständig wie möglich zu dokumentieren, zu
analysieren und zu erklären, sondern auch dem »spezifischen Wesen dieser Bühne auf den Grund zu
gehen«. Seitdem »Die Elf Scharfrichter« 1901 mit einer »Galaeröffnungsexekution« begründet
wurden, strömte die Münchner Boheme in das kleine Theater in der Türkenstraße 28, das bald zu
einem festen Bestandteil der damaligen Schwabinger Kunstszene wurde. Kemp durchleuchtet
dessen ideengeschichtlichen Hintergrund, geschäftliche Organisation und allabendliches Repertoire.
Vor allem aber werden die Ensemblemitglieder in Einzelbiografien lebendig, nicht nur die
prominenten wie Frank Wedekind, Otto Falckenberg oder Heinrich Lautensack, sondern auch die
musikalischen Protagonisten wie Marya Delvard, Marc Henry und vor allem der Komponist
Richard Weinhöppel. Wie das von Kemp zusammengestellte, großartige Bildmaterial zeigt, haben
»Die Elf Scharfrichter«, obwohl sie sich schon nach nur drei Jahren auflösten, in München bis heute
ihre Spuren hinterlassen.

Diese Rezension wurde uns freundlicherweise zur Verfügung gestellt vom "Münchner Feuilleton".

 Stefan Frey  Münchner Feuilleton

Diese Buchbesprechung hat uns freundlicherweise die Kulturzeitung „Münchner Feuilleton“ zur Verfügung gestellt.