Renzensionen
 

Rezensionen

Reich bebilderter und hervorragend ausgestatteter Bestandskatalog der grafischen Arbeiten von Lucas Cra …

Herausgeber: Knöll Stefanie, Leyde Meike, Overdick Michael
Verlag: Schnell & Steiner

|  Walter Zahner  https://www.mi

Zwei Jahre nach dem Band über die Gemälde (vgl. Bespr. in Bayern im Buch 18/2) folgt nunmehr der Bestandskatalog der Grafiken Lucas Cranachs im Kupferstichkabinett der Kunstsammlungen der Veste Coburg. In gleicher Aufmachung erstellt, großformatig mit einer Vielzahl an Abbildungen, und ebenso wissenschaftlich fundiert, vgl. dazu u.a. die sechs einführenden wissenschaftlichen Beiträge, ist er ein Muss für sämtliche (ober-)fränkischen Büchereien und zugleich alle an (spät-)mittelalterlicher Kunst Interessierten. Von den 85 Katalognummern, zahlreiche mit mehreren Unternummerierungen - etwa zur Apokalypse von 1522, zum Martyrium der 12 Apostel, um 1512, oder zum Wittenberger Heiltumsbuch von 1509 -, werden 66 Lucas Cranach dem Älteren, die restlichen L. Cranach dem Jüngeren oder aber der Werkstatt zugeordnet. Neben den benannten biblischen Themen sind auch Darstellungen von Ritterturnieren oder Portraits bekannter Reformatoren (in erster Linie von Martin Luther), aber ... mehr

Diese Buchbesprechung hat uns freundlicherweise die Rezensionszeitschrift „Bayern im Buch“ zur Verfügung gestellt.

Der Naturraum Bayerischer Wald

Autor: Hauner Ulrich, Lehrberger Gerhard, Brugger Matthias
Verlag: Nationalparkverwaltung Bayerischer Wald

|  Hermann Jerz

Die vorliegende Publikation bildet die erste grenzüberschreitende Gesamtdarstellung der pleistozänen Vergletscherung im Naturraum Bayerischer Wald – Šumava. Ergänzend werden ursächlich mit der Vereisung des Mittelgebirges entstandene Vorkommen von goldführenden Schwermineralseifen beschrieben. Eine Übersichtskarte als Beilage zeigt sowohl die Vereisungszentren als auch Bereiche und Spuren der historischen Goldgewinnung. Auf erstmals angewandten Geländemodellen nach Laserscan-Befliegungen beruhen genaueste Aufnahmen der Geländeoberfläche (Höhenauflösung 2–5 dm).

In einführenden Kapiteln werden in einem Überblick geologisch-geomorphologische Grundlagen beschrieben sowie glaziale, periglaziale, fluvioglaziale und nivale Prozesse erläutert, im Einzelnen zu Moränen und Schneegrenzen, Permafrost und Solifluktion, Frostmusterböden und Blockmeeren, Tal- und Karbildung. Anschließend werden die Gletschertypen in den sieben Vereisungszentren de ... mehr

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Italienische Spaziergänge in München

Autor: Crescenzio Daniela
Verlag: IT-INERARIO
Erscheinung: 2013

|  Katrin Rüger  https://buchpalastmuenchen.de

München ist die nördlichste Stadt Italiens, sagen die Münchner mit Stolz, und sicher haben Sie sich schon immer gefragt, warum. Daniela Crescenzio verführt an diesem Abend im Buchpalast zu Italienischen Spaziergängen in München und zeigt bekannte wie auch überraschende italienische Aspekte der Isar-Metropole – von den architektonischen Werken mit den Vorbildern in Florenz und Rom bis zu den florentinisch inspirierten Bronzearbeiten. Besonders am Herzen liegen ihr die Biografien von Italienern, die in München gelebt haben, vor allem die Geschichten von italienischen Frauen, wie beispielsweise Felicitas Blangini, Ehefrau von Leo von Klenze, oder der stolzen Giovanna San Germano d'Agliè, die sich das Porcia-Palais in der heutigen Kardinal-Faulhaber-Straße vom Hofbaumeister Enrico Zuccalli erbauen ließ.

Diese Rezension wurde uns freundlicherweise zur Verfügung gestellt von der Buchhandlung "Buchpalast" in Mün ... mehr

Diese Buchbesprechung hat uns freundlicherweise die Buchhandlung „Buchpalast“ in München-Haidhausen zur Verfügung gestellt.

Begegnungen

Autor: Lauenstein Mercedes
Verlag: Aufbau Verlag
Erscheinung: 8/2015

|  Katrin Rüger  https://buchpalastmuenchen.de

Eine junge Frau läuft nachts durch die Staßen Münchens und klingelt, wenn nur noch ein Fenster Licht in die Dunkelheit wirft. Spontane Begegnungen in umhüllend schützender Nacht, welche Gespräche entwaffnend ehrlich macht, den Verstand schärft und tiefer blicken lässt, als es bei Tage denkbar wäre. Das Debüt einer jungen Autorin, die manche von SZ jetzt.de kennen werden. Wunderbare Miniaturen des Lebens mit sprachlicher Präzision und literarischer Frische eingefangen.

Diese Buchbesprechung hat uns freundlicherweise die Buchhandlung „Buchpalast“ in München-Haidhausen zur Verfügung gestellt.

Das Klima hier ist wirklich grauenhaft: Hildesheimer und München – Spurensuche zum 100. Geburtstag

Autor: Braese Stephan
Verlag: Wallstein Verlag
Erscheinung: 9/2016

|  Sven Hanuschek  https://muenchner-feuilleton.de

Wolfgang Hildesheimer war durch »Mozart« (1977) und die »Lieblosen Legenden« (1952) nie in Gefahr, vergessen zu werden; sein wichtigstes Werk ist vielleicht der Prosamonolog »Tynset« (1965), in dem ein schlafloser Reflekteur über Deutschland in der Nacht nachdenkt. Seine künstlerische Unbedingtheit und Konsequenz hat das Werk haltbar gemacht, auch scheinbar paradoxe Formulierungen wie die von der Kunst, die »der Erfindung der Wahrheit« diene. Die beste Einstiegsdroge ist »Mitteilungen an Max« (1983), ein Buch, in dem Komik, Depression und Sprachspiele eine einzigartige Synthese eingegangen sind.

Zu seinem 100. Geburtstag am 9. Dezember ist eine Reihe von Büchern erschienen, die sich ideal ergänzen. Volker Jehle hat die »Briefe an die Eltern« von 1937 bis 1962 herausgegeben: Mehr als 1500 Seiten voller politischer, persönlicher, künstlerischer Angelegenheiten. Wir können die frühen Jahre Hildesheimers in England und in Palästina verfol ... mehr

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»Ein winzig Bild vom großen Leben«

Autor: Kemp Judith
Verlag: Allitera Verlag
Erscheinung: 10/2017

|  Stefan Frey  https://muenchner-feuilleton.de

»Ein winzig Bild vom großen Leben« – das versprach Willy Rath in seinem Vorspruch für das
Programm der »Elf Scharfrichter«. Und daran hat sich auch Judith Kemp in ihrer Kulturgeschichte
dieser legendären Münchner Institution gehalten. Der Musik- und Theaterwissenschaftlerin gelingt
es, Münchens erstes Kabarett nicht nur so vollständig wie möglich zu dokumentieren, zu
analysieren und zu erklären, sondern auch dem »spezifischen Wesen dieser Bühne auf den Grund zu
gehen«. Seitdem »Die Elf Scharfrichter« 1901 mit einer »Galaeröffnungsexekution« begründet
wurden, strömte die Münchner Boheme in das kleine Theater in der Türkenstraße 28, das bald zu
einem festen Bestandteil der damaligen Schwabinger Kunstszene wurde. Kemp durchleuchtet
dessen ideengeschichtlichen Hintergrund, geschäftliche Organisation und allabendliches Repertoire.
Vor alle ... mehr

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Streifzüge zu vergessenen Münchnerinnen

Autor: Schmidt-Thomé Adelheid
Verlag: Allitera Verlag
Erscheinung: 5/2017

|  Petra Hallmayer  https://muenchner-feuilleton.de

Adelheid Schmidt-Thomé in ihrem neuen Buch versammelt Frauenporträts zu wenig beachteter Münchnerinnen.

Ihre Namen haben sich nicht ins kulturelle Gedächtnis eingeschrieben. An »Vergessene Münchnerinnen« erinnert die Lektorin Adelheid Schmidt-Thomé. Das Thema beschäftigt sie schon seit einigen Jahren, und aus ihren Recherchen, zu denen sie Spaziergänge auf dem Alten Südfriedhof inspirierten, hat sie 2016 erstmals einen Kalender geschaffen. Nun hat sie längere Texte in einem Buch versammelt, dramatische, aufregende, mutige und traurig beschränkte weibliche Lebensgeschichten.

In kleinen, mit Porträts illustrierten Kapiteln zeichnet sie die Biografien von Frauenrechtlerinnen, rebellischen Liebenden, Schauspielerinnen, Sängerinnen und vor allem Schriftstellerinnen nach, darunter Elsa Bernstein, die Autorin des Märchendramas »Königskinder«, das Humperdinck als Oper vertonte, und die 1942 im KZ There ... mehr

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Münchner Bohème und Baltikum um 1900

Autor: Modick Klaus
Verlag: Kiepenheuer & Witsch
Erscheinung: 3/2018

|  Friederike Wagner  https://buchpalastmuenchen.de

Es ist die Zeit von 1875 in den Beginn des 20.Jahrhunderts. Eduard von Keyserling, Sohn aus baltischem Gutsadel, studiert in Dorpat Jurisprudenz, um dann in Wien zu entdecken, dass er sich im Literaturbetrieb heimisch fühlt. Nach einigen Jahren auf dem elterlichen Gut schließt er sich den Schwabinger Künstlerkreisen an. Es wird philosophiert, geraucht, getrunken und geliebt und jeder gerät mal mehr oder weniger in die Bredouille. Für die Sommerfrische haben die Künstler den Starnberger See entdeckt und so residieren dort Max Halbe, Lovis Corinth, Frank Wedekind und Eduard von Keyserling. Der Leser taucht ein in diese Idylle zwischen See, Schreibtisch, Staffelei und Kartenspiel. Klaus Modick ist es wieder einmal aufs Beste gelungen, sich in die Stimmung und Sprache einzufühlen, in der seine Protagonisten sich bewegen.

Diese Rezension hat uns freundlicherweise die Buchhandlung Buchpalast in München-Haidhausen zur Verfügung gestellt.

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Der Abend kommt so schnell wie der Verrat

Autor: Naumann Cornelia
Verlag: Gmeiner-Verlag GmbH
Erscheinung: 2/2018

|  Gabriella Lorenz  https://muenchner-feuilleton.de

Zwischen Historie und Fiktion: Cornelia Naumanns Roman erinnert an Münchens vergessene Revolutionärin Sonja Lerch.

Jüdin, Sozialistin, Russin, Friedensaktivistin und zudem promoviert in Nationalökono­mie – damit machte sich eine Frau im Ersten Weltkrieg bei den Deutschen nicht beliebt. Und dazu war Sarah Sonja Lerch eine flam­mende Revolutionsagitatorin. Heute ist sie fast vergessen. Ihr wechselhaftes Leben hat Cornelia Naumann in einen Roman gegossen. Die Autorin hat viel recherchiert, die histori­schen Fakten stimmen, aber mit dichterischer Freiheit erfindet sie Figuren und deren Motive.

Die Fakten: Geboren 1882 in Warschau als Tochter des Rabbiners und Wissenschaftlers Saul Pinchas Rabinowitz, wächst Sarah Sonja auf in einer politisch aktiven Familie aus Russland. Schon als Schülerin engagiert sie sich im illegalen sozialdemokratischen »Bund«, der für eine jüdische Autonomie in Russland kämpft. ... mehr

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Festtagsschmaus und Einheitsbrei. Ernährung in Franken von der Antike bis zur Gegenwart

Herausgeber: Kluxen Andrea M., Krieger Julia
Verlag:
Erscheinung: 12/2019

|  Regina Frisch

Die vom Bezirk Mittelfranken herausgegebene Schriftenreihe „Geschichte und Kultur in Mittelfranken“ hat sich zur Aufgabe gemacht, wissenschaftliche Forschungen und Tagungsergebnisse der Bezirksheimatpflege einem breiten Publikum zugänglich zu machen. Der Tagungsband zum „Tag der Franken 2018“ erscheint unter dem Titel „Festtagsschmaus und Einheitsbrei. Ernährung in Franken von der Antike bis zur Gegenwart“ als 7. Band der Reihe. Beworben wird er im Flyer mit „Auf den Spuren der kulinarischen Identität Frankens“. Und tatsächlich kann man aus dem Sammelband vor allem lernen, dass Franken eine reiche kulinarische Geschichte hat, die je nach sozialer Herkunft sehr verschieden aussah.

„Ernährung in Franken ist ein komplexes Forschungsfeld, zumal wenn man sie über die Jahrhunderte betrachtet“, so beginnt die Mitherausgeberin Andrea M. Kluxen ihr Geleitwort. Wie vielfältig der Gegenstand und seine Forschung sind, zeigen die 19 folgende ... mehr

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1000 Künstler/innen und Kulturschaffende

Autor: Rabenstein Edith
Verlag: Verlag Friedrich Pustet
Erscheinung: 11/2019

|  Susanne Herleth-Krentz

Die Vereinigung der drei Flüsse Donau, Inn und Ilz zu einem großen Strom ist nur eine der Besonderheiten, die die Dreiflüssestadt Passau zu bieten hat. Schon vor vielen Jahrhunderten war die Stadt zudem ein bedeutendes Zentrum des Handels. Von der äußerst günstigen Stadtlage profitierten vor allem die Fürstbischöfe, deren Macht sich, wie der Reichtum der Kaufleute, in den prächtigen Bauten der Stadt widerspiegeln. Unter deren Einfluss entwickelte sich Passau zu einem Zentrum der Bildung, der Kunst und der Kultur. Italienische Barockbaumeister schufen im 17. Jahrhundert das glanzvolle Stadtbild mit seinen hohen Türmen, bunten Fassaden, romantischen Uferpromenaden und verwinkelten Gassen.

Obwohl es schier unmöglich ist, die Fülle an Persönlichkeiten aufzuzählen, die die Stadt Passau geprägt und geformt haben, hat die Theaterwissenschaftlerin und Journalistin Dr. Edith Rabenstein als versierte Kennerin der Passauer Kulturszene und Herausgeberi ... mehr

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Der Roman im Roman

Autor: Poschenrieder Christoph
Verlag: Diogenes Verlag
Erscheinung: 9/2019

|  Friederike Wagner  https://buchpalastmuenchen.de

Christoph Poschenrieder schreibt einen Roman über einen Roman, der offenbar nicht geschrieben werden will, denn er stürzt seinen Urheber in eine große Schaffenskrise. Es ist das Jahr 1918, als Gustav Meyrink in seiner Villa am Starnberger See vom Auswärtigen Amt in Berlin den Antrag bekommt, einen Roman zu schreiben, der die Freimaurer für den 1. Weltkrieg verantwortlich macht. Gustav Meyrink ist absolut unpolitsch und die Auftragsarbeit widerstrebt ihm, dem Dichter, der seiner Phantasie gern freien Lauf lässt. Aber das Geld braucht er und so sagt er zu. Er holt sich Anregungen in den Münchner Schriftstellerkreisen, vor allem bei Erich Mühsam, der die Revolution kommen sieht und unterstützt. Weiterhin erhofft Meyrink sich Inspiration beim Rudern auf dem Starnberger See und beim Yoga, das ihm schon manches Mal geholfen hat - aber die Ideen, Bilder, Wörter wollen nicht kommen. Eines Nachts aber beginnt die Schreibmaschine zu klappern...Christoph Poschenrieder spielt ga ... mehr

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Schußmann Markus - Die Kelten in Bayern

Autor: Schußmann Markus
Verlag: Verlag Friedrich Pustet
Erscheinung: 9/2019

|  Matthias Brenninger

Der an der Freien Universität Berlin als Privatdozent beschäftigte Archäologe Dr. Markus Schußmann veröffentlichte im September 2019 in erster Auflage ein Werk mit dem Titel „Die Kelten in Bayern: Archäologie und Geschichte“. Eine vergleichbar ausführliche Darstellung, welche die Kelten im benachbarten Baden-Württemberg beleuchtet, erschien 1981 mit dem Sammelband „Die Kelten in Baden-Württemberg“ von Kurt Bittel, Wolfgang Kimmig und Siegwalt Schiek. Mit seinem Werk stellt sich Markus Schußmann nun in die Reihe dieser Autoren und schließt eine Lücke, indem er den aktuellen Forschungsstand der Archäologie, Geschichte und Kultur der Kelten in Bayern in angemessener Weise einbezieht. Dies geschieht auf mehr als 400 Seiten und ist sowohl eine nach neuesten Erkenntnissen geordnete, als auch gut lesbare und ansehnliche Darstellung keltischer Geschichte. Schußmann bereichert sein Werk zudem durch Erfahrungen aus der Praxis, welche er durch die Leitung zahlreiche ... mehr

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In Limbo

Autor: Opela Désirée
Verlag: Faber & Faber
Erscheinung: 8/2019

|  Sofia Glasl  https://muenchner-feuilleton.de

Die Münchner Autorin Désirée Opela macht die Übergangsphase zum Lebenskonzept
 

Nach über neunmonatigem Katastrophenmodus erschaudert man ja schon, wenn sich im gestreamten Film Leute die Hände schütteln, sich umarmen oder gar küssen. Man zuckt auch, wenn sie in Büchern unbedarft durch die Stadt ziehen, sich schmauchend, saufend und schwätzend durch überfüllte Bars und Partyküchen drücken. Es überkommt einen aber bisweilen auch eine neue Form der Nostalgie, eine Sehnsucht nach dieser scheinbar unbemerkt vorbeiziehenden Normalität. Früher wirkte sie manchmal trist, heute kommt sie einem paradiesisch vor. Alles eine Frage der Perspektive.

 

Ein Kippbild wie dieses zieht die Münchner Autorin Désirée Opela in ihrem Debütroman auf. »In Limbo« heißt das 2019 erschienene Bändchen bezeichnenderweise, nicht nur ein Hinweis auf die Vorhölle der unschuldig Schuldigen ... mehr

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Eine neue Zeit. Die „Goldenen Zwanziger“ in Oberbayern

Autor: Borgmann Jan, Kania-Schütz Monika
Verlag: Volk Verlag
Erscheinung: 8/2019

|  Andreas Sauer

Ein von der Forschung lange vernachlässigtes Thema vermittelt das Freilichtmuseum Glentleiten seinen Besuchern mit der Ausstellung „Eine neue Zeit. Die ‚Goldenen Zwanziger‘ in Oberbayern“, die bereits im Jahr 2019 zu sehen war und nochmals vom 19. März bis 14. Juni 2020 gezeigt wird. Der dazu erschienene Begleitband thematisiert wichtige Entwicklungen in Oberbayern im Jahrzehnt nach dem Ende des Ersten Weltkriegs 1918.

Die im Münchner Volk-Verlag erschienene Publikation verdeutlicht anhand von zehn Aufsätzen, deren Bearbeiter in einem Autorenverzeichnis am Ende der Publikation vorgestellt werden, warum es dieses Jahrzehnt längst verdient, wissenschaftlich genauer unter die Lupe genommen zu werden. Interessant ist der Blick auf die Landwirtschaft als wichtigem Wirtschaftszweig im Untersuchungsraum. Sowohl technische Innovationen wie der verstärkte Einsatz von Maschinen, deren Anzahl sich in den beiden ersten Jahrzehnten des 20. Jahrhunderts v ... mehr

Diese Buchbesprechung hat uns die „Zeitschrift „Schönere Heimat“ zur Verfügung gestellt.

100 Heimatschätze

Herausgeber: Bayerisches Staatsministerium der Finanzen und für Heimat
Verlag: Kunstverlag Josef Fink
Erscheinung: 7/2019

|  Annette Schäfer

Das im Juni 2019 eröffnete Haus der Bayerischen Geschichte in Regensburg – weithin sichtbar am Donaumarkt gelegen und von vieldiskutierter Architektur – zeigt die Geschichte des Staatsgebildes Bayern, mithin den jüngsten Ausschnitt daraus. Das passend dazu im Jahr 2018 doppelt gefeierte Jubiläum des 200. Geburtstages der Verfassung des Königreichs Bayern und des 100. Geburtstages des (bekannterweise durch den Ministerpräsidenten aus der USPD Kurt Eisner ausgerufenen) Freistaates Bayern markierte gewissermaßen die Frühphase der königlich-bayerischen Dahoamigkeit wie auch ihr Ende. Im neuen Museum stehen nun eben diese letzten 200 Jahre im Fokus und werden entsprechend beleuchtet. Doch die bayerische Geschichte reicht natürlich viel weiter zurück und umfasst nicht nur Königreich und Freistaat. Um diesem schon früh benannten Kritikpunkt der Museumskonzeption entgegenzutreten, waren in der Landesausstellung des Jahres 2019 nun „100 Heimatschätze“ zu sehen, die ... mehr

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München ist kein Paradies

Autor: Schmolke Frank
Verlag: Edition Moderne
Erscheinung: 6/2019

|  Benedikt Frank  https://muenchner-feuilleton.de

In Frank Schmolkes eindrucksvoller Graphic Novel wird der Taxifahrer zum Helden.

Es gibt Comic-Helden, die weder Umhang tragen noch Superkräfte besitzen. Vincent ist so ein Alltagsheld, statt Batmobil fährt er Taxi. Jede Nacht, zu allen möglichen Zielen, mit den unterschiedlichsten Gästen. Gleich in der ersten Szene sitzen zwei Geschäftsleute in seinem Fahrzeug. Richtung Flughafen, eilig, etwas schneller bitte, plötzlich Blitz: Führerschein und Fahrzeugschein, bitte. Was ihn die Kontrolle koste, fragen die Fahrgäste, nachdem sie schließlich ankommen. Einen Punkt und 125 Euro. Da bekommt einer von ihnen doch noch so etwas Ähnliches wie Mitgefühl und gibt Vincent Trinkgeld – ganze zwei Euro.

»Nachts im Paradies« heißt Frank Schmolkes neue Graphic Novel. Sie spielt im reichen, satten München, wie auch schon das Comic-Debüt des Grafikers 2013 mit dem Titel »Trabanten«. Schmolke fährt selbst seit ... mehr

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Unbarmherzig

Autor: Löhnig Inge
Verlag: Ullstein
Erscheinung: 6/2019

|  Marion Hübinger  https://buchpalastmuenchen.de

Alte Geheimnisse, die aufgedeckt werden. Alte Feindschaften, an die gerührt werden. Dazu ein Doppelmord inmitten von Altbrück, der längst verjährt sei könnte. Die Spezialistin für Cold Cases bei der Kripo München Gina Angelucci und ihr Kollege setzen sich mit allen Mitteln dafür ein, dass die verscharrten Leichen wieder ein Gesicht, einen Namen und eine Geschichte bekommen. Das Tagebuch eines der Opfer erzählt die eine Geschichte, die Familie der Verdächtigen eine andee. Der Leser nähert sich gemeinsam mit der resoluten Kommissarin Schritt für Schritt der Wahrheit.

Diese Rezension wurde uns freundlicherweise zur Verfügung gestellt von der Buchhandlung "Buchpalast" in München-Haidhausen.

Diese Buchbesprechung hat uns freundlicherweise die Buchhandlung „Buchpalast“ in München-Haidhausen zur Verfügung gestellt.

Nackert nachts im Tegernsee

Autor: Hummel Karl-Heinz
Verlag: Allitera Verlag
Erscheinung: 5/2019

|  Florian Welle  https://muenchner-feuilleton.de

Zugegeben, ein weltberühmtes Ungeheuer wie »Nessie« hat Bayern nicht zu bieten. Wer aber nun
denkt, in den hiesigen Gewässern würde es ungeheuer staad zugehen, der sieht sich nach der
Lektüre von »Wassersagen aus Bayern« eines Besseren belehrt. Im Walchensee tummelt sich ein
abscheulicher Drache, in der Aschauer Klamm lauert der Tatzelwurm mit seinem krokodilähnlichen
Maul, und am Chiemsee treibt die runzelige Wetterhexe ihr Unwesen. Karl-Heinz Hummel,
ausgezeichnet mit dem Ernst-Hoferichter-Preis, hat die aquadämonischen Sagen mit viel Liebe
zusammengestellt. Wie er zuvor schon bayerische Wirtshaus- und Raunachtsagen gesammelt hat.
Bei den Wassersagen war er allerdings nicht alleine. Eine ganz besondere »Muse« stand ihm bei:
das Rockadirl. Die rothaarige Wasserfrau mit dem großen Herzen am rechten Fleck flüsterte »dem
Schreiberling« mit »ihrer ... mehr

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Literaturgeschichte Münchens

Autor: Fromm Waldemar, Knedlik Manfred, Schellong Marcel
Verlag: Verlag Friedrich Pustet
Erscheinung: 3/2019

|  Wolfgang Burgmair

Überblicksdarstellungen zu historischen, kulturgeschichtlichen, kunstgeschichtlichen oder gar literaturgeschichtlichen Themen zählen nicht zu den häufigsten Publikationsformen in der deutschsprachigen Wissenschaftswelt. Umso erfreulicher ist es, dass es den drei Herausgebern Waldemar Fromm, Manfred Knedlik und Marcel Schellong gelungen ist, eine Literaturgeschichte Münchens von den Anfängen der Stadtentwicklung im 13. Jahrhundert bis in die unmittelbare Gegenwart vorzulegen. Eine stattliche Anzahl von 57 Autorinnen und Autoren hat in 81 Beiträgen die enorme Zeitspanne von fast 800 Jahren literarischer Produktion in und um München sichtbar werden lassen. Die überwiegende Anzahl der Beiträge ist auf einen Umfang von fünf bis sieben Seiten beschränkt, nur die Einleitungsdarstellungen zu den jeweiligen historischen und stilistischen Epochen sind etwas ausführlicher auf maximal zehn Seiten angelegt. Auf den ersten Blick also eine beeindruckende Leistung und zudem auch e ... mehr

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Üppige Körperertüchtigung

Autor: Lechner Andreas
Verlag: Volk Verlag
Erscheinung: 2019

|  Katrin Rüger  https://buchpalastmuenchen.de

Die Geschichte von Andreas Lechners Großvater beginnt zwischen Mehlsäcken. Unermütlich stemmt Josef sie in die Höhe. Allerlei alte Eisengeräte dienen als zusätzliche Hantlen. In der Dachkammer des elterlichen Bauernhofes in Kolbermoor hat der 16-jährige Bursche sich seine Muckibude geschaffen. Sein Ziel ist es, das Mehlsacklaufen des Ortes zu gewinnen. Eine goldene Taschenuhr winkt als Preis und natürlich die Aufmerksamkeit des hübschesten Mädchen vor Ort. Diese mit bayerischem Schmackes erzählte Szene spielt 1910. Auch hier, wo man auf Tradition setzt, hält die Moderisierung, vom Staunen der Kinder begleitet, Einzug auf den Feldern. Große Saat- und Erntemaschinen, dampfende Ungetüme ersetzen zunehmend die Knechte und Mägde. Josef träumt davon Sportler zu werden, ein starker Mann. Den ersten Weltkrieg erlebt er in seiner ganzen, schwer in Worte fassbaren Brutalität. Er überlebt. Körperlich, aber auch seelisch offenbar wenig beschädigt. Lechner treibt es sch ... mehr

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Warum Bayern ein orientalisches Land ist

Autor: Reichold Klaus
Verlag: Edition Luftschiffer
Erscheinung: 12/2020

|  Florian Welle  https://muenchner-feuilleton.de

In seinem preisgekrönten Werk geht Klaus Reichold den globalen Einflüssen auf die Bayern nach – eine etwas andere Mentalitätsgeschichte.

Mia san mia! Drei Worte, mit denen man landläufig die bayerische Lebensart auf den Punkt bringt. Was jedoch steckt wirklich dahinter? Klaus Reichold lüftet in seinem Buch »Warum Bayern ein orientalisches Land ist und andere weiß-blaue Wahrheiten« das Geheimnis. Der Spruch hat erst einmal überhaupt nichts mit dem Bayernvolk und schon gar nichts mit dem FC Bayern München zu tun. Sondern er taucht »zum ersten Mal Ende des 19. Jahrhunderts in Wien auf und diente dort lediglich der Selbstvergewisserung des k.u.k. Infanterieregiments Hoch- und Deutschmeister Nr. 4«, so der Kulturhistoriker.

Reicholds Buch verblüfft ein ums andere Mal mit Fakten, Hintergründen und Zusammenhängen. Weitere Beispiele wären etwa, dass die Mark Brandenburg von 1323 bis 1373 zum bayerischen Machtbereich zählte ... mehr

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1945, Münchner Leichen im Visier

Autor: Rehn Heidi
Verlag: Aufbau Verlag
Erscheinung: 12/2020

|  Marion Hübinger  https://buchpalastmuenchen.de

Heidi Rehns erster historischer Krimi um den Ermittler Emil Graf bietet in erster Linie das lebendige Bild Münchens 1945 kurz nach Ende des Krieges und weniger den kriminalistisch  spannenden Fall mit der entsprechenden Ermittlungarbeit. Zu sehr sind die einzelnen Figuren verhangen in ihren Erinnerungen, guten, weniger guten oder sogar längst verschütteten. Da ist auf der einen Seite Emil Graf, ein junger Mann, der das Glück hatte, aus der Gefangenschaft in der Normandie heraus mit seinem amerikanische Vorgesetzten zur Münchner Polizei zu geraten. Außerdem kommt die Reporterin Billa ins Spiel, Jüdin, Exilantin mit amerikanischem Pass. Ihr zufälliges Auftauchen im Haus der ersten Leiche, die der Polizeianwärter Emil zu Gesicht bekommt, bringt eine Geschichte ins Rollen, die lange stagniert in eben diesen Erinnerungen. Der Leser darf dabei allerdings den Blick über das bayerische Voralpenland schwenken lassen, über die zerbombte Innenstadt oder die scheinbare ... mehr

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Hintersinnig

Autor: Reventlow Franziska Gräfin zu
Verlag: LOhrBär-Verlag
Erscheinung: 11/2020

|  Florian Welle  https://muenchner-feuilleton.de

Man nannte sie »Skandalgräfin«: Fanny Liane Wilhelmine Sophie Auguste Adrienne Gräfin zu
Reventlow. Ihr unabhängiges Leben als Schwabinger Bohémienne und alleinerziehende Mutter
stellte in den letzten Jahren mit unschöner Regelmäßigkeit die Schriftstellerin Reventlow in den
Hintergrund. Nun gilt es, sie endlich wieder zu lesen beziehungsweise zu hören. Und zwar jenseits
ihres bekanntesten Romans »Herrn Dames Aufzeichnungen oder Begebenheiten aus einem
merkwürdigen Stadtteil«. Der kleine Regensburger LohrBär Verlag hat dankenswerterweise elf feinund
hintersinnige Erzählungen und Dramolette u.a. von Eva Sixt, Bettina Schönenberg und Christin
Alexandrow einlesen lassen. Benedikt Dreher sorgt mit dem Fagott für die passenden musikalischen
Zwischenrufe. Gerade wurde die Produktion als einer von zehn Titeln mit der Auszeichnung
»Bayerns Beste Indepen ... mehr

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Erst fallen Bäume

Autor: Schönmüller Max
Verlag: Allitera Verlag
Erscheinung: 11/2020

|  Hannes S. Macher  https://muenchner-feuilleton.de

Jeden Donnerstag treffen sich Amira, Sara, Alex, Ben und Matthias bei ihrem Lieblingsgriechen in Deisenhofen, um höchst engagiert über Politik, vor allem über die drohende Klimakatastrophe und die weltweite Umweltzerstörung zu diskutieren. Beim Räsonieren wollen sie es freilich nicht belassen. Es muss gehandelt werden. Aber wie? Matthias schreitet als Erster zur Tat: Einen von ihm umgesägten Baum lässt er auf die Autobahn bei Nürnberg krachen, um die Autofahrer im so entstandenen Stau zum Nachdenken über die Folgen des von ihnen verursachten CO2-Ausstoßes zu zwingen. Da capo am Irschenberg. Doch dabei bleibt es nicht: Nach den Bäumen fallen Schüsse. Zum Entsetzen der anderen in der Clique radikalisiert sich Alex. Auf verschiedenen Autobahnabschnitten schießt er mit dem Gewehr auf die Reifen der vorbeifahrenden Pkws und Lkws. Tote und Verletzte sind zu beklagen. Die Polizei rotiert, sucht krampfhaft nach den Tätern, die Bekennerschreiben hinterlassen.

... mehr

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Wilde Isar

Autor: Seidl Karl, Meyer Christopher
Herausgeber: Gesellschaft für Naturfotografie e. V.
Verlag: Knesebeck
Erscheinung: 10/2020

|  Katrin Rüger  https://buchpalastmuenchen.de

Dem fließenden Wasser folgend, durchstreift der Betrachter mit fotografischem Auge die Naturlandschaften entlang der Isar. Aus rauhem Karwendel über sanfte Auen hinein in die Stadt. Vogelperspektiven, Nahaufnahmen, vom Sonnenaufgang bis ins Dunkel der Nacht. Vielen tierischen Bewohnern bietet diese mal wilde, mal von Menschen geformte Naturlandschaft ihren Lebensraum. Ein stimmungsvoller Bildband, der rund ums Jahr Lust einlädt, sich auf die Fährte zu begeben. Anleitung zum Naturgenuss direkt vor unserer Haustür.

Diese Rezension wurde uns freundlicherweise zur Verfügung gestellt von der Buchhandlung 'Buchpalast' in München-Haidhausen.

Diese Buchbesprechung hat uns freundlicherweise die Buchhandlung „Buchpalast“ in München-Haidhausen zur Verfügung gestellt.

Umfangreiche Sammlung regionaler und überregionaler Backrezepte, leicht nachvollziehbar und voller b

Verlag: ars vivendi
Erscheinung: 10/2020

|  Josef Schnurrer

Im Obergeschoss des Gasthofs "Bauhof" in Cadolzburg residiert der ars vivendi Verlag. Unten kochte und buk Nanette Herz, 1927 geboren, ihr Leben lang für ihre Gäste und die Familie. Aus dieser engen Verbindung entstand "Nanettes Backbuch". Ein wahrer Schatz an vielfach erprobten Rezepten und hilfreichen Tipps. Ins Backbuch eingestreut sind Nanettes Vor- und Nachkriegserinnerungen, illustriert mit Fotos aus den Familienalben und Berichte über ihrer Engagements im Landfrauenchor und als Kreisbäuerin. Ihre Rezepte, von denen sehr viele nicht allzu aufwendig, aber dennoch sehr schön und stimmungsvoll fotografiert sind, spiegeln diese Verbundenheit mit Land und Leuten wider. Es sind fast ausschließlich sehr bodenständige, nichtsdestoweniger feine, ausführlich beschriebene und gut nachbackbare Rezepte. Das betrifft sowohl Kuchen aus der Form, vom Blech, Torten, Gebäckteilchen, Weihnachtsplätzchen, Stollen und Ostergebäck. Neben vielen bekannten Kuchen ... mehr

Diese Buchbesprechung hat uns freundlicherweise die Rezensionszeitschrift „Bayern im Buch“ zur Verfügung gestellt.

Wachs zwischen Himmel und Erde

Autor: Hipp Hans
Verlag: Hirmer
Erscheinung: 10/2020

|  Andreas Sauer

In seinem umfassenden Werk „Wachs zwischen Himmel und Erde“ hat Hans Hipp einen Bereich der Kulturgeschichte aufgearbeitet, der zunehmend in Vergessenheit gerät, obschon es sich um eine volkskundliche Besonderheit handelt. Als Besitzer der seit dem Jahr 1610 am Hauptplatz in Pfaffenhofen a. d. Ilm nachgewiesenen Lebzelterei und Wachszieherei hat er sich über mehr als 40 Jahre mit dem Thema Wachs und dessen Bedeutung für die Herstellung von Opfer- und Dankesgaben im Wallfahrtswesen beschäftigt. Die in kunstvoll gefertigten hölzernen Modeln gegossenen Votivgaben dienten – neben Votivtafeln und Votiven aus Holz oder Eisen – über Jahrhunderte hinweg, insbesondere auf dem Höhepunkt der Volksfrömmigkeit und des Wallfahrtswesens in der Barockzeit, den Menschen als wichtiger Helfer in Notzeiten.

Die katholische Bevölkerung in Altbayern und im gesamten süddeutschen Raum brachte eine Vielzahl an unterschiedlich gestalteten, in Wachs gegossenen Dar ... mehr

Diese Buchbesprechung hat uns die „Zeitschrift „Schönere Heimat“ zur Verfügung gestellt.

Wachs zwischen Himmel und Erde

Autor: Hipp Hans
Verlag: Hirmer
Erscheinung: 10/2020

|  Hans Gärtner  https://www.ta

Ein dickes Buch ist es geworden, das Hans Hipp vorlegt. Sohn Benedikt gab keine Ruh, bis der Vater sein Vorhaben, über den einzigartigen Fundus der Pfaffenhofener Lebzelterei zu schreiben, verwirklichte. Ein Lebenswerk. Ein prachtvoll bebilderter, reich und klug und fleißig mit Quellen und einschlägiger volkskundlicher Literatur belegter Bild- und Text-Band. Über kunstvoll geschnitzte Holzmodel und die aus ihnen gegossenen wächsernen „Kultfiguren“ geht es hauptsächlich.

Eine Rarität ist das Buch wie das Handwerk, von dem es handelt. Anschaulich und einladend, sich darauf einzulassen, ein Handwerk, das es heute so wie ehedem nicht mehr gibt: das des Lebzelters. Eine gewöhnliche „Lebzelterei“, wie sie in manch größerer Stadt Altbayerns anzutreffen war, ist die von Pfaffenhofen an der Ilm nicht. Sie hebt sich heraus – durch ihre vor 400 Jahren begründete seltene Kontinuität, erst heuer mit neuem Leben im „Haus Hipp“ am Hauptplatz 6 ... mehr

Bayerische Familienbande

Autor: Nußbaumeder Christoph
Verlag: Suhrkamp
Erscheinung: 9/2020

|  Klaus Hübner  https://muenchner-feuilleton.de

»Die Unverhofften« erzählt die Geschichte eines bayerischen Familienclans über 120 Jahre hinweg,
von 1899 bis 2019. Die Romanhandlung beginnt in der damals noch recht armseligen Glashüttenund
Holzbauernwelt von Bayerisch Eisenstein, spielt größtenteils in Südbayern, oft mitten in
München, führt hinauf in die Höhen des christsozial abgesicherten Immobilien-Topmanagements
des 21. Jahrhunderts und kommt doch immer wieder zurück in die schönherben Wälder rund um
Arber und Rachel. Ein stattlicher Familien- und Gesellschaftsroman in Cinemascope. Gerade die in
Bayern aufgewachsene Leserschaft wird sich in den »Unverhofften« bald zu Hause fühlen. Der
1978 in Eggenfelden geborene Berliner Christoph Nußbaumeder erzählt packend und süffig, und so
folgt man seiner geschickt zwischen ruhigem Erzählfluss und oft heftigen Gesprächspartien
changierenden Ge ... mehr

Diese Buchbesprechung hat uns freundlicherweise die Kulturzeitung „Münchner Feuilleton“ zur Verfügung gestellt.

Herzfaden

Autor: Hettche Thomas
Verlag: Kiepenheuer & Witsch
Erscheinung: 9/2020

|  Friederike Wagner  https://buchpalastmuenchen.de

Mir ist es beim Lesen dieses Buches so ergangen, wie die Marionettenspieler es sich von ihren erwachsenen Zuschauern wünschen. Bei den ersten Seiten überlegte ich noch, ob es nicht ein Kinderbuch sei. Doch unmerklich hatte der Text mich in den Bann gezogen und ich folgte fasziniert der Erzählung über das heranwachsende Mädchen Hatü in ihrer Heimatstadt Augsburg. Ihr Vater Walter Oehmichen, einst Oberspielleiter am Augsburger Theater, begann in den Zeiten des 2. Weltkrieges Marionetten zu schnitzen und mit seinen Töchtern zu bespielen. Hatüs Begeisterung für die beim Spiel zum Leben erweckten Figuren wird sie nie mehr verlassen. In der Nachkriegszeit gründet ihr Vater mit ihr die Augsburger Puppenkiste. Mit weiteren, ihre unterschiedlichen künstlerischen Begabungen einbringenden Menschen verschmelzen sie zu einer familienähnlichen Gemeinschaft. Neben der märchenhaften Welt des Marionettentheaters steht das reale Erleben des 2. Weltkrieges und der Nachkriegszeit, da ... mehr

Diese Buchbesprechung hat uns freundlicherweise die Buchhandlung „Buchpalast“ in München-Haidhausen zur Verfügung gestellt.

Das süße Gift des Geldes

Autor: Heubisch Bhavya
Verlag: Volk Verlag
Erscheinung: 9/2020

|  Katrin Rüger  https://buchpalastmuenchen.de

Als die junge Schauspielerin Adele Spitzeder mittellos in München eintrifft, leiht sie sich Geld und verspricht, es mit gutem Zins zurückzuzahlen. Vor allem die Ersparnisse der einfachen Leute fliegen ihr bald nur so zu und sie gründet eine Privatbank. Das Geld quillt aus Schränken und Schubladen, fast verbrennt es, als ein Feuer im Haus ausbricht. Dass Adele Spitzeders aus der Not geborener Plan nicht aufgehen kann und es sich bei ihren Aktivitäten keinesfalls um seriöse Bankgeschäfte handelt, ist unübersehbar. Adele lebt nun unkonventionell mit einer Frau zusammen, auf großem Fuß. Sie investiert aber auch in Armenküchen. Heubisch erzählt romanhaft und mit sanftem Lokalkolorit. Sie zieht ihre Leser*Innen gekonnt ins beengte und derbe Treiben auf Münchner Straßen und Plätze, auf der sie die Spitzeder (1832-1895) mit ihrer ambivalenten Persönlichkeit wie das Sahnehäubchen schwimmen lässt. Dabei lässt Heubisch offen, ob diese besonders durchtrieben  o ... mehr

Diese Buchbesprechung hat uns freundlicherweise die Buchhandlung „Buchpalast“ in München-Haidhausen zur Verfügung gestellt.

Herzfaden

Autor: Hettche Thomas
Verlag: Kiepenheuer & Witsch
Erscheinung: 9/2020

|  Thomas Endl für litera-bavarica.de

Thomas Hettche, Jahrgang 1964, war gerade im Einschulungsalter, als das Urmel aus dem Eis und der Kleine König Kalle Wirsch auf den deutschen Fernsehbildschirmen erschienen und sein Herz eroberten. Diese beiden Serien sind freilich nur ein geringer Teil dessen, was die Marionettenbühne aus Augsburg für das TV-Publikum in Szene gesetzt hat und wofür sie berühmt geworden ist. Der Klappentext von Herzfaden hat sicher recht mit der (erstaunlich unpoetischen) Formulierung „Die Augsburger Puppenkiste gehört zur DNA dieses Landes“. Auch wenn die wenigsten Marionetten-Fans das eigentliche Theater im Augsburger Heilig-Geist-Spital besucht haben dürften, ist es geradezu eine geniale Idee, einen „Roman der Augsburger Puppenkiste“ zu schreiben. Mit diesem Untertitel auf dem Cover erreicht man leicht Leser.

Gleich die ersten Absätze führen ins Foyer des Theaters, zu einem namenlosen Mädch ... mehr

litera-bavarica

Oft übersehene kleine Sehenswürdigkeiten am Wegesrand.

Autor: Kreußer Gerdi, Kreußer Willi, Hoffmann Karl-Franz, Beck Hilmar
Verlag: Königshausen & Neumann
Erscheinung: 9/2020

|  Marion Sedelmayer  https://www.mi

Gleich vorab zur Klarstellung - leider ist der Titel diesbezüglich etwas irreführend - es handelt sich nicht um einen Reiseführer zu den berühmten Kunstdenkmälern der Residenzstadt am Main, sondern um ein ungemein detailreiches, akribisch zusammengestelltes Inventar zu Bildstöcken, Hausheiligen, Gedenktafeln und Inschriften im gesamten Stadtgebiet. In Rundgängen durch die Stadtteile auch jenseits der touristisch erschlossenen Innenstatt, lenkt der Führer den Blick auf die kleinen, oft übersehenen Denkmale am Wegesrand und lädt so zu neuen Entdeckungen ein. Jedes Objekt ist dokumentiert mit einer farbigen Abbildung und einer Kurzbeschreibung. So lässt sich die Stadt auch für Einheimische auf bisher unbekannten Pfaden erkunden. Für Büchereien in der Region empfehlenswert als Bestandsergänzung.

Diese Buchbesprechung hat uns freundlicherweise die Rezensionszeitschrift „Bayern im Buch“ zur Verfügung gestellt.

Mehr oder weniger bedeutende Ereignisse aus der Bayreuther Stadtgeschichte.

Autor: Müller Stephan
Verlag: Wartberg Verlag
Erscheinung: 9/2020

|  Hans Baier

"Es sollen in meinem Lande alle glücklich sein." Inwieweit dieses Versprechen von Markgraf Friedrich von Bayreuth eingelöst wurde, davon handeln 28 Geschichten, die von Glücksmomenten und -tagen aus der Stadtgeschichte erzählen. Z.B. vom 12. Januar 1980, als die Spielvereinigung Bayreuth den FC Bayern München aus dem DFB-Pokal warf oder vom Sieg im "Spiel ohne Grenzen" 1974. Ein weiter sportlicher Glückstreffer: Das Double aus Meisterschaft und Pokal in der Basketballbundesliga 1988/89. Glück gehabt in Bayreuth hatte auch Napoleon, als er einem Attentat entging. Casanova empfand Glück, zumindest wenn er an Bayreuth dachte, denn dort wurde seine Tochter Sophie getauft. Sie ist das einzige Kind, das er anerkannte, und über das er in seinen "Memoiren" berichtete. Einen doppelten Glückstag gab es für Richard Wagner, und zwar am 22. Mai 1872, denn da feierte der Meister gleichzeitig Geburtstag und die Grundsteinlegung zum Festspielhaus. Das ... mehr

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Die Stadt Nürnberg, aus einer ungewohnten Perspektive geschildert.

Autor: Rosenzweig Werner
Verlag: Wartberg Verlag
Erscheinung: 9/2020

|  Hans Baier  https://www.mi

Ereignisse und Orte, die in den offiziellen Darstellungen unbeachtet bleiben, werden hier in historischen Details vorgestellt. Nächtliche Erlebnisse auf 14 Geisterwegen, die vom Hauptmarkt aus zu Hexen und Dämonen führen. Sagen und Legenden aus dem Mittelalter, die im Johannisfriedhof spielen oder von kleinen Häusern erzählen, wo die Henker wohnten. Aber auch von dunklen Plätzen, dem Reichsparteitagsgelände oder dem Gerichtssaal 600, in dem die Nürnberger Prozesse stattfanden, die den Namen der Stadt in der ganzen Welt bekannt gemacht haben. Eingeladen wird zu einem Besuch der Sternwarte, um dort nach der "Dunklen Materie" zu suchen. Zwei Persönlichkeiten, Eppelein von Geilingen, an den sich die Nürnberger nur ungern erinnern, und Kaspar Hauser, dessen Biographie weitgehend im "Dunkel" bleibt, treten auf. Nicht verschwiegen wird die Rolle der Stadt ab 1999 als NSU-Tatort, bei dem trotz des Aufsehen erregenden Prozesses im Jahr 2018 vieles nicht an ... mehr

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Symphonie einer Großstadt

Autor: Stricker Tiny
Verlag: p.machinery
Erscheinung: 8/2020

|  Klaus Hübner  https://muenchner-feuilleton.de

Gesten, Blicke, Satzfetzen, Dresscodes, Gesichter, Stimmungen – niemals war U-BahnFahren so
aufregend wie bei Tiny Stricker. Das Herumschlendern in der Hirschau oder am Nymphenburger
Kanal, das Kneipen- und Kinogehen auch nicht. Hat die Station Giselastraße etwas von einem
versunkenen Schiff oder einem verborgenen Tempel am Strand bei Korinth? Ist der
Eichendorffplatz wirklich nur langweilig? Kann die verblichene Kopie einer Besprechung im
Restaurantfenster zu Tränen rühren? München mit anderen, an der Antike und der Klassik
geschulten Augen. Besonders aufmerksam registriert Tiny Stricker interkulturelle Begegnungen:
»Vermutlich spricht sie noch wenig Deutsch, denke ich, verlässt sich auf die Sprache der Blicke, die
ihr aus ihrem Kulturkreis heraus gut vertraut ist …«. Auch Reisen mit der Freundin stehen an,
Weimar, Sarajevo und Split, die Chiemgauer ... mehr

Diese Buchbesprechung hat uns freundlicherweise die Kulturzeitung „Münchner Feuilleton“ zur Verfügung gestellt.

Der falsche Preuße

Autor: Seeburg Uta
Verlag: HarperCollins
Erscheinung: 8/2020

|  Marion Hübinger  https://buchpalastmuenchen.de

Der Debütroman von Uta Seeburg spielt im München des ausgehenden 19. Jahrhundert. Gemeinsam mit Hauptmann Wilhelm Freiherr von Gryszinski bewegt sich der Leser zu Fuß oder mit der Droschke durch die Straßen der schillernden Goßstadt, und ganz besonders durch Haidhausen, Bogenhausen und der Innenstadt. Der preußische Polizist wurde aufgrund seines hervorragenden Ermittlerrufes nach München berufen, wo er mit Gattin, Sohn und einer Haushälterin lebt.  Diesem Ruf muss er natürlich beim ersten Mordfall gerecht werden, was allerdings keine leichte Aufgabe ist. Politische Interessen, hausgemachte Ärgernisse und die fehlende Möglichkeit, in den besser gestellten Kreisen Antworten zu finden, stellen den geradlinigen Ermittler vor diverse Probleme.  Bald schon hat die Autorin ein breit gefächertes Feld an Verdächtigen, an Zeugen und  Nebenschauplätzen entwickelt, so dass man mitunter den Überblick verlieren kann.  Nichtsdestotrotz entf ... mehr

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Die Tochter des Zauberers

Autor: Rehn Heidi
Verlag: Aufbau Verlag
Erscheinung: 8/2020

|  Friederike Wagner  https://buchpalastmuenchen.de

In der Reihe über berühmte Frauen im Aufbau Verlag ist nun ein Roman über Erika Mann erschienen. Er beleuchtet die ersten Jahre Erikas im Exil in New York. Als Thomas Manns Tochter wird sie mit offenen Armen von der Gesellschaft der Reichen und Schönen aufgenommen. Mit ihrem Bruder Klaus bewegt sie sich gleichzeitig in den Kreisen der europäischen Exilanten. Sie engagiert sich sehr dafür, eine Zukunft für ihr in Deutschland zunächst sehr erfolgreiches, nun unter Hitler verbotenes,  Kabarett "Die Pfeffermühle" zu ermöglichen und damit auch die Mitwirkenden in Sicherheit zu bringen. Darunter befindet sich ihre Lebensgefährtin Therese Giehse. Erika erhält bei ihrem Projekt Unterstützung ganz unterschiedlicher Art von zwei Männern, die auch ihr Herz erobern wollen und zu denen sie sich auch tatsächlich hingezogen fühlt. Wie sich in diesem Gefühlsdilemma eine Lösung findet, wie die Pfeffermühle in New York zwar scheitert, aber Erika zu einer vi ... mehr

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Wie alles kam. Roman meiner Kindheit

Autor: Maar Paul
Verlag: Fischer
Erscheinung: 8/2020

|  Birgit Speckle

Wenn ein international bekannter Kinder- und Jugendbuchautor wie Paul Maar mit achtzig Jahren seine Lebensgeschichte vorlegt und damit außerdem sein erstes Buch für Erwachsene, hat dies den angemessenen Widerhall in der Medienlandschaft. Dieses Echo fällt durchweg positiv aus. Mit seinen Kindheits- und Jugenderinnerungen in Unterfranken – in dem Dorf Obertheres und in Schweinfurt – beschreibt Paul Maar den Weg zu seinem Selbstverständnis als Künstler, verspannt in Beziehungen zu den Familienmitgliedern. Als roter Faden zieht sich das schwierige und gebrochene Verhältnis zu seinem Vater durch den Text – eine „Nachgetragene Liebe“ im Sinne des gleichnamigen Buches von Peter Härtling.

Was hier verhandelt werden soll, ist ein Einzelaspekt in Maars Buch, der für Volkskunde, Heimat- und Biografieforschung bedeutsam ist. Biografien, Romane und Erzählungen bayerischer Autorinnen und Autoren, die ihre Kindheit und Jugend im Spannungsfeld zwische ... mehr

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Zugspitze

Autor: König Stefan
Verlag: AS Verlag
Erscheinung: 7/2020

|  Katrin Rüger  https://buchpalastmuenchen.de

Seit 1820 ist der von uns aus unweit gelegene, höchste Berg Deutschlands rundum Spielwiese für Alpinisten, Ausflügler und Sportler. Stefan König teilt diese Bergmonografie in viele kleine, reich bebilderte Etappen, in die man nach Lust und Laune eintauchen kann. Mal krakseln wir mit dem Autor an der Wetterkante und weiter zur  Geschichte der Wetterstation. Dann erzählt er von der Errichtung der Zugspitzkreuzes und vom Münchner Haus, von Seilbahnen und technischer Erschließung. Von Wegen auf den Berg und Blicken hinab und gleich wieder hinauf, auf umliegende Gipfel. Wir steigen hinab, an die Orte am Fuße und erproben seine Umrundung mit dem Mountainbike. König lüftet Geheimnisse und erzählt viel Wissenswertes.  Doch wenn der Berg im Wolkenmeer liegt, oder die Morgensonne seine Grate zum Glühen bringt, der Schnee seine Flanken bepudert hat, springt, ganz ohne Worte, ein Stück Magie und Erhabenheit, die nur ein Berg in sich tragen kann, auf den Betr ... mehr

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"Ich spreche sieben Sprachen, aber am liebsten Fränkisch" (Elke Sommer).

Autor: Haberkamm Helmut
Verlag: ars vivendi
Erscheinung: 7/2020

|  Hans Baier  https://www.mi

Der Verfasser, "passionierter" Mundartdichter, geht in einem unterhaltsamen "Gräschkurs" den Vorzügen und Hintergründen der fränkischen Mundart nach. Er trägt ein eindringliches Plädoyer für sie als wichtiges gesellschaftliches Integrationsimpuls vor. Für Grammatik, Kuriositäten, Zungenbrecher und "Sagerern", ebenso für typische Mehrfachbedeutungen, so für das Wort "Donna" (Mülltonne, Dornen, Turnen) oder für Fremdwörter wie "Powerpointpraesentation (als "Bauerboindpräsendadion" ins Fränkische transkribiert) gibt es anschauliche Beispiele. Der Verfasser beklagt sich dabei, dass die Mundart nicht selten als eine "Art defizitäres" Hochdeutsch kritisiert wird. Obwohl sich das Buch auf den Aischgrund bezieht, werden doch allgemeingültige Aussagen zur Bedeutung der Mundart über den angesprochenen Bereich hinaus gemacht, deswegen ohne Einschränkung zu empfehlen.

Diese Buchbesprechung hat uns freundlicherweise die Rezensionszeitschrift „Bayern im Buch“ zur Verfügung gestellt.

Unterhaltsame Fülle an kuriosen und skurrilen Fakten über Franken.

Autor: Ronge Hartmut
Verlag: J. Berg Verlag
Erscheinung: 6/2020

|  Hans Baier  https://www.mi

Geboten wird eine witzig formulierte und unterhaltsame Überfülle an Kuriositäten, Peinlichkeiten und skurrilen Fakten in fast 700 Beispielen - nicht nur aus Kultur, Wissenschaft und Geschichte. Dabei greift der Verfasser weit über die drei fränkischen Regierungsbezirke hinaus, eingedenk der Tatsache, dass auch Frankreich, wie der Name schon sagt, einmal zu "Franken" gehörte. Über die Auswahl ließe sich streiten. Bei zahlreichen Eintragungen fehlen aber "nützliche" Details. Z.B. werden sieben fränkische Autobahnen aufgezählt, weitere vier (A45, A72, A81, A93) werden wohl als "unnützes Wissen" angesehen. Zur Begründung des Sprichworts, "Bayern werde von Franken regiert und von Pfälzern verwaltet", sind sechs Ministerpräsidenten aus Franken genannt, je nach Zählung werden weitere sechs unterschlagen. Bei Wilhelm Hoegner und Hans Ehard hätte man als Kuriosum anführen können, dass sie im gleichen Jahr (1887) geboren und im ... mehr

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Ohne Obdach, aber mit Champagner

Autor: Oesterle Uli
Verlag: Carlsen
Erscheinung: 5/2020

|  Günter Keil  https://muenchner-feuilleton.de

Die neue Graphic Novel »Vatermilch« des Münchner Zeichners Uli Oesterle begibt sich auf die
Suche nach seinem eigenen Vater, der viele Jahre auf der Straße lebte.
Vor dem ältesten Kiosk Münchens schwingt sich Uli Oesterle von seinem Fahrrad. Hier, am Ostufer
der Isar, an der Wittelsbacherbrücke, trinkt der Comickünstler und Illustrator gerne mal ein Bier.
Oder trifft sich mit Freunden. »Der Kiosk liegt auf der Hälfte meiner Radstrecke«, sagt er. Mit
seiner Familie lebt Oesterle in Obergiesing, und mit acht Kollegen teilt er sich ein Atelier in
Schwabing. Der 54-Jährige zeichnet und schreibt nahezu alles: schräge Comics, hochwertige
Graphic Novels, bunte Wimmelbilder, riesige Puzzles und innovative Illustrationen. Seine Bücher
erscheinen in sechs Sprachen.
Die Wittelsbacherbrücke taucht in Oesterles Graphic Novels regelmäßig auf. In seinem neuen ... mehr

Diese Buchbesprechung hat uns freundlicherweise die Kulturzeitung „Münchner Feuilleton“ zur Verfügung gestellt.

Max, zefix! Lausbubengeschichten von heute

Autor: Hagenreiner Rosi
Verlag: Volk Verlag
Erscheinung: 5/2020

|  Annette Schäfer

Max ist fünf Jahre alt und lebt mit seiner Oma Erna, dem Opa Alfred und seiner Schwester Kati in Stephanskirchen in der Nähe des Chiemsees. Mit zum Hausstand gehören der schwarz-weiße Kater Gerhard und eine Reihe von Hühnern, die nach europäischen Royals benannt sind (… dass der gehässige Hahn Donald heißt, ist nur ein Bonmot am Rande). Diese idyllische Lebensgemeinschaft ist der Rahmen für 25 Lausbubengeschichten, die die ehemalige Realschullehrerin Rosi Hagenreiner aus Amerang in ihrem Erstlingswerk „Max, zefix!“ veröffentlicht hat. Recht bullerbümäßig geht es da zu, wenn Max das Auto seines Opas rückwärts in den Keller fährt, auf Herrenchiemsee das Himmelbett von König Ludwig auf die Qualität der Matratze testet oder mit seiner etwas ungeliebten Patentante Hilde Bildungsausflüge machen muss. Die ganze Familie und auch die dörflich-heimelige Nachbarschaft scheinen mehr als tollpatschig zu sein, was zu zahlreichen kleinen und größeren Katastrophen ... mehr

Diese Buchbesprechung hat uns die „Zeitschrift „Schönere Heimat“ zur Verfügung gestellt.

Gemeinde Sielenbach

Autor: Liebhart Wilhelm, Ritter Michael
Verlag: EOS Verlag
Erscheinung: 4/2020

|  Wolfgang Pledl

Die Zeiten, in denen quasi alle paar Wochen irgendwo in Bayern eine Ortschronik erschien, sind längst vorbei. Dies liegt zum einen daran, dass mittlerweile die meisten Gemeinden Publikationen über ihre Geschichte herausgebracht haben. Es liegt zum anderen aber sicherlich auch daran, dass es immer weniger Forscher gibt, die das nötige fachliche Rüstzeug mitbringen, um sich an eine solch monumentale Aufgabe heranzuwagen. Umso mehr freut man sich daher über jedes neue gelungene Ortsbuch. Ein solches Beispiel für ein ebenso inhaltsreiches und fundiertes wie ansprechend aufbereitetes Werk hat nun die Gemeinde Sielenbach im Landkreis Aichach-Friedberg vorgelegt.

Keine Frage: Damit ein solches Buchprojekt zu einem erfolgreichen Abschluss gebracht werden kann, müssen die Voraussetzungen stimmen, so wie es auch in Sielenbach der Fall war. Obwohl die Gemeinde keine 2000 Einwohner zählt, war sie bereit, eine beträchtliche Geldsumme in die Hand zu nehmen, um ... mehr

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Stadt. Land. Wo? Was die Jugend treibt

Herausgeber: Landesstelle der katholischen Landjugendbewegung Bayerns e.V.
Verlag:
Erscheinung: 4/2020

|  Daniela Sandner

Die ländlichen Räume in Bayern sind mit großen Herausforderungen konfrontiert, allen voran mit dem demografischen Wandel, der absehbar zu tiefgreifenden regionalen Ungleichheiten führen wird. Dabei erscheint die grundlegende Verschiedenartigkeit von Stadt und Land nicht nur als allgegenwärtiges Narrativ, sondern auch als unmittelbare Erfahrung von jungen Menschen.

Mit deren Bleibe- und Abwanderungsmotiven beschäftigt sich das von der Katholischen Landjugendbewegung Bayerns (KLJB) getragene Forschungsprojekt „Stadt. Land. Wo? Was die Jugend treibt.“ Hierzu wurden von Mitte 2017 bis Ende 2019 rund 600 Jugendliche und junge Erwachsene im Alter von 16 bis 27 Jahren befragt. Die vorliegende Publikation bündelt die Forschungsergebnisse sowie insgesamt acht Gastbeiträge, unter anderem von Manfred Miosga (Präsident Bayerische Akademie Ländlicher Raum, Universität Bayreuth), Frank Tillmann (Deutsches Jugendinstitut) und Heiko Tammena (Landesstelle d ... mehr

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Kill Katzelmacher!

Autor: Calsow Martin
Verlag: grafit
Erscheinung: 3/2020

|  Marion Hübinger  https://buchpalastmuenchen.de

München 1948, das bedeutet eine Stadt in Trümmern unter amerikanischer Besatzungsmacht, ehemalige Wehrmachtssoldaten bei der Polizei, Armut, der berüchtigte Schwarzmarkt in Bogenhausen, unterdrückte Wut und Misstrauen, aber auch offener Hass. Der jüdische US-Offizier Marcus Feinstein legt seinen Hass gegenüber den Deutschen mitunter offen zur Schau. Ausgerechnet er wird Chef der Münchner Polizei. Was ihn am allermeisten widerstrebt, ist Kollege Steinmüller, einer dieser ehemaligen Wehrmachtssoldaten, mit dem er auf Geheiß seines Vorgesetzten zusammenarbeiten muss. Feinstein muss sich in seine Rolle fügen, möchte gute Arbeit leisten, er diskutiert und streitet viel mit dem nicht weniger engagierten Kollegen Steinmüller. Ein Ermittlerteam, das erst noch zu einem werden muss.  Calsow schafft es, genau wie in seinen Regionalkrimis eine authentische Stimmung zu erzeugen, die Spannung wächst nach und nach, und die Straßen Münchens, der Tegernsee und die Gegen ... mehr

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QUANTUM

Autor: Illinger Patrick
Verlag: dtv Verlagsgesellschaft
Erscheinung: 3/2020

|  Marion Hübinger  https://buchpalastmuenchen.de

Wenn ein italienischer Physiker in einem Münchner Biergarten entführt, von zwei arabisch aussehenden Männern gefoltert und von einer GSG9 Einsatzgruppe befreit wird, dann sind alle Antennen aufgerichtet. Aber weder das Opfer, Nicola Caneddu aus Sardinien, noch die Journalistin Livia Chang, die dank ihres journalistischen Gespürs auf den Fall aufmerksam wird, ahnen, dass sie in einen Kampf um die Vormachtstellung der Großmächte reingezogen werden. Indien bedroht die ganze Welt mit verheerenden Detonationen durch Neutrinos, mit denen ausgerechnet Nicola Caneddu viele Jahre am CERN in der Schweiz geforscht hat. Und genau darum braucht es einen Elementarteilchenforscher, einen draufgängerischen amerikanischen Ex-Elitesoldat und die taffe Journalistin, um die Weltordnung wieder herzustellen. Von den ersten Seiten bis zur letzten ein wahres Pulverfass an Spannung!

Der Haidhauser Autor Patrick Illinger, geboren 1965, forschte ... mehr

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Verhandlungen und Planungen zur städtebaulichen Entwicklung der Stadt München von 1871 bis 1933

Autor: Blössner August
Herausgeber: Bäumler Klaus, Fochler Martin, Arbeitskreis Öffentliches Grün im Münchener Forum e.V.
Verlag: Franz Schiermeier Verlag
Erscheinung: 3/2020

|  Vinzenz Dufter

Der Architekt August Blössner (1875–1960) prägte entscheidend die Geschichte der Stadtentwicklung Münchens. Im Jahr 1916 übernahm er die Leitung des Stadterweiterungsbüros, das 1893 unter der Leitung von Prof. Theodor Fischer gegründet worden war. Dessen innovatives städtebauliches Konzept der Staffelbauordnung wurde von Blössner umgesetzt und weiterentwickelt; es sollte in München letztlich bis ins späte 20. Jahrhundert hinein Berücksichtigung finden.

Nur zwei Jahre nach Beginn seiner Amtszeit verfasste Blössner die Dokumentation „25 Jahre Münchener Stadterweiterung 1893 bis 1918“, die 1918 zum 25-jährigen Jubiläum des Stadterweiterungsbüros erschien. Doch auch nach seiner Versetzung in den Ruhestand im Jahr 1936 blieb er diesem Thema verbunden. 1949 stellte er ein umfangreiches Typoskript mit dem Titel „Verhandlungen und Planungen zur städtebaulichen Entwicklung der Stadt München von 1871 bis 1933“ fertig, dessen Publikation ... mehr

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Doch noch entdeckt!

Autor: Oswald Georg M.
Verlag: Piper Verlag
Erscheinung: 2/2020

|  Friederike Wagner  https://buchpalastmuenchen.de

Die Journalistin Sophia kommt von Berlin nach München, um das Programmheft des staatlichen Symphonieorchesters zu konzipieren. Gleich nach der ersten Begegnung beginnen Sophia und der ältere Cellist Daniel eine leidenschaftliche Beziehung. Wenn er bei ihr ist, fühlt Sophia sich in seiner Wohnung zuhause, ist er fort, tauchen Fragen und Zweifel auf. Was weiß sie eigentlich über sein Vorleben? Warum spürt sie eine unsichtbare Grenze auf der Schwelle zu seinem Arbeitszimmer? Die Journalistin in ihr kann nicht anders, als einem kleinen Hinweis nachzugehen und dieser führt sie zu einer Geschichte, die sie atemlos weiterforschen lässt. Wenn man diesen Roman liest, meint man, es sei eine wahre Geschichte, die sich da im Münchner Glockenbachviertel zugetragen hat!

Diese Buchbesprechung hat uns freundlicherweise die Buchhandlung „Buchpalast“ in München-Haidhausen zur Verfügung gestellt.

Das Landleben

Autor: Bätzing Werner
Verlag: C.H. Beck Verlag
Erscheinung: 2/2020

|  Thomas Gunzelmann

Auch wenn weltweit der Siegeszug des Lebensmodells „Stadt“ unaufhaltsam scheint – seit 2005 lebt weltweit die Hälfte aller Menschen in Städten, Tendenz deutlich steigend – heißt das keineswegs, dass der ländliche Raum und die mit ihm verbundene charakteristische Lebensform, eben das „Landleben“, keine Relevanz für die gegenwärtige Raumstruktur und für die zukünftige Raumentwicklung mehr hätten. Gerade in Bayern besitzt der ländliche Raum nach wie vor ein hohes Gewicht, sowohl demographisch als auch in den Verlautbarungen der Politik. Aber gibt es ein spezifisches Landleben überhaupt noch oder werden die Gegensätze zwischen Stadt und Land auf wirtschaftlicher, sozialer und mentaler Ebene nicht zunehmend eingeebnet? Muss man nicht mittlerweile eher von einem Stadt-Land-Kontinuum ausgehen und kann man „den“ ländlichen Raum raumstrukturell überhaupt so einfach definieren oder muss man nicht eher von „vielen“ unterschiedlichen ländlichen Räumen a ... mehr

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Schwindelköpfe, Schwätzer und Schmarotzer

Autor: Seidl Helmut A.
Verlag: Books on Demand
Erscheinung: 1/2020

|  Hans Gärtner für litera-bavarica.de

Zeitungsinserate sind für Blattnutzer noch heute ein gefundenes Lese-Fressen. Auch wenn sie auf das in der Anzeige gemachte Angebot nicht eingehen, also auf die „reich bestickte Lederhose, ca. 80 J. alt“ verzichten, regt sie ein solcher Text an, sich Geschichten zu dem angepriesenen Kleidungsstück auszudenken. In der Kürze steckt Würze. Steckt reichhaltiges Futter für die Fantasie. Besonders beliebt: Heirats- und Partnersuchinserate, aus denen sich im Kopf ganze Liebesabenteuer stricken lassen – Stoff fürs Stillen eigener Sehnsüchte oder für gute Ratschläge an die noch immer ledige große Schwester. Große Dramen ergeben sich da aus Kleinanzeigen.

Helmut A. Seidl, Augsburger Germanist mit volkskundlichem Interesse, Autor des leider vergriffenen Buches „Sprichwörtliches über Altbayern“, gefiel es,  den Jahrgang 1848 des Münchner Massenblattes „Neueste Nachrichten aus dem Gebiete der Politik“ (Verlag: Karl Robert Schuricht ... mehr

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Aufsatzsammlung zur 300 Jahre währenden Geschichte des Markgrafentheaters Erlangen.

Autor: Bormann Hans-Friedrich, Dickel Hans, Libau Eckart
Herausgeber: Risi Clemens
Verlag: transcript
Erscheinung: 1/2020

|  Matthias Kluge  https://www.mi

1719 wurde das markgräfliche Hoftheater der Stadt Erlangen eröffnet. Anfangs nur dem Adel vorbehalten, öffnete es sich recht schnell einer (zahlungspflichtigen) Öffentlichkeit. Bis zur heutigen Einrichtung war es jedoch ein weiter Weg über Betreiber wie die Universität, den Verein der Volksbildungsbewegung oder die nationalsozialistische Vereinigung Deutscher Bühnen - um nur einige zu nennen. Das ist durchaus spannend zu erforschen, da sich sowohl der ästhetische Kontext, das kommerzielle Umfeld wie auch die kulturpolitische Aufgabenstellung - und damit auch das Publikum - immer wieder änderten. Zum 300. Jubiläum der Eröffnung haben vier Lehrstuhlinhaber der Universität Erlangen-Nürnberg mit diesem Band eine Sammlung von Aufsätzen aus Bereichen Theaterwissenschaft, Pädagogik, Kunstgeschichte, Musikwissenschaft und Soziologie veröffentlicht, die nicht nur auf die Historie, sondern auch auf die Zukunft der Institution eingehen. Für Theaterbegeisterte ergibt sich so ei ... mehr

Diese Buchbesprechung hat uns freundlicherweise die Rezensionszeitschrift „Bayern im Buch“ zur Verfügung gestellt.

Heimat und Heimaten

Herausgeber: Göttler Norbert
Verlag: Bezirk Oberbayern
Erscheinung: 2020

|  Wolfgang Pledl

Als der Rezensent vor rund 25 Jahren damit begann, für die Bibliothek des Bayerischen Landesvereins für Heimatpflege systematisch alles zu sammeln, was an wissenschaftlichen Arbeiten, aber auch an qualitätvoller belletristischer Literatur zum Thema „Heimat“ erschien, war der Ertrag ziemlich bescheiden. Nahezu niemand interessierte sich damals beispielsweise dafür, wie und weshalb die Heimatschutzbewegung im ausgehenden 19. Jahrhundert entstand, was man in den 1920er Jahren unter Heimat verstand, wie Heimat von den Nationalsozialisten missbraucht wurde und wie sentimental man mit Heimat in den Jahren nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs umging. Heute ist dies völlig anders: Heimat ist in aller Munde – und fast jeder glaubt, sich dazu irgendwie äußern zu müssen. Kein Wunder also, dass man jederzeit und überall etwas über Heimat lesen, hören und sehen kann. Dass dabei vieles publiziert oder gesendet wird, das man ruhigen Gewissens nicht zur Kenntnis nehmen muss, ... mehr

Diese Buchbesprechung hat uns die „Zeitschrift „Schönere Heimat“ zur Verfügung gestellt.

Vilsbiburger im geistlichen Stande

Autor: Käser Peter
Verlag:
Erscheinung: 2020

|  Peter Barteit

Prall gefüllt mit Fakten zu den in Vilsbiburg geborenen Männern im geistlichen Stande sowie angereichert mit einer Vielzahl an Abbildungen präsentiert der Lokalhistoriker Peter Käser ein neues Heimatbuch. Gut untersucht sind die Persönlichkeiten, welche schon vor Jahrhunderten das Bischofsamt bekleideten oder als Äbte den Klöstern vorstanden. Ihre herrschaftlichen Grabdenkmäler sind teils heute noch vorhanden.

Der Zeitrahmen beginnt bei Friedrich I. von Vilsbiburg, der von 1418 bis 1436 als Abt des Klosters St. Veit wirkte. Diese Benediktinerabtei, oberhalb des Ortes Neumarkt a. d. Rott gelegen, betreute die Pfarrei Vilsbiburg seit der Übereignung durch Herzog Friedrich I. von Landshut im Jahr 1372. Es folgten gute und fruchtbare Jahrhunderte, sowohl für das Kloster, in dem die Außenstelle an der Vils gern als „schöne Rachel“ bezeichnet wurde, als auch für Vilsbiburg, wo ein neues Gotteshaus und ein prächtiger barocker Pfarrhof entstehen ... mehr

Diese Buchbesprechung hat uns die „Zeitschrift „Schönere Heimat“ zur Verfügung gestellt.

Heimat und Gewalt

Herausgeber: Göttler Norbert
Verlag: Bezirk Oberbayern
Erscheinung: 2020

|  Daniela Sandner

Die Jahresgabe der Bezirksheimatpflege von Oberbayern widmet sich 2020 dem Thema „Heimat und Gewalt“. Sie vereint zwei Studien, die einen „Blick auf gewaltbesetzte Pervertierungen des Heimatbegriffs“ (S. 5) gewähren und das Janusgesicht (S. 9) von Heimat offenbaren.

In sechs Fallstudien skizziert Bezirksheimatpfleger Norbert Göttler Beispiele einer gewalttätigen Heimatgeschichte. Er macht dabei auf Bräuche wie das österliche Judasfeuer, auf das Aufstellen von sogenannten Schandbäumen und auf das Haberfeldtreiben aufmerksam, das sich vielfach gegen ohnehin sozial benachteiligte Menschen richtete. Darüber hinaus verweist er auf den „Heimatdichter“ Ludwig Thoma (1867–1921), der in gewaltverherrlichenden Artikeln unter anderem Juden und Homosexuelle diffamierte.

Die altbayerische Gesellschaft war von alltäglicher Gewalt geprägt, die sich beispielsweise in der unbarmherzigen Züchtigung von Kindern durch Eltern und ... mehr

Diese Buchbesprechung hat uns die „Zeitschrift „Schönere Heimat“ zur Verfügung gestellt.

Der Schrecken von Mühldorf

Autor: Einwanger Josef
Verlag: Buch Verlag Kempen
Erscheinung: 3/2021

|  Hans Gärtner für litera-bavarica.de

Sie hätten tot sein können. Bei der Rückfahrt von Mühldorf nach Simbach stand ihr Zug unter heftigem Beschuss. Mutter und Sohn aus Josef Einwangers neuem Roman „Das Glaszimmer und ein Brief an den Führer“ haben überlebt. Sie waren von München aufs Land in die Nähe der „Hitlerstadt“ Braunau umgezogen. In ihrer Scheune verbirgt sich nun Felix‘ Vater, der an der Westfront gekämpft, diese aber heimlich verlassen hat, um zu Frau und Kind zu desertieren. Von der Ortsgruppenleitergattin, die nicht ahnt, dass der Soldat sich ganz in ihrer Nähe befindet, erfährt die Mutter, „dass es in Mühldorf noch Mehl und Zucker zu kaufen gebe … solange der Vorrat reiche“. Die Lebensmittelnot wächst. Also, auf nach Mühldorf! Mit dem Zug. „Gleich übermorgen. In der Frühe hin, am Nachmittag zurück“. Die Mutter fährt. Ihr Zehnjähriger begleitet sie.

Um 11.45 Uhr kommen sie am Bahnhof Mühldorf an. Den Stadtberg (bei Einwanger: die Bergstraße ... mehr

litera-bavarica

Sehnsucht Starnberger See

Autor: Sebald Katja
Verlag: Allitera Verlag
Erscheinung: 2/2021

|  Hannes S. Macher  https://muenchner-feuilleton.de

Die Villa am See, das ist der Sehnsuchtsort schlechthin. Der Starnberger See ist in dieser Hinsicht geradezu ein Paradies. Katja Sebald hat den Villen ein Buch gewidmet.

Blaublütige und Bierbarone, ehrenwerte Künstler und windige Geschäftemacher, angesehene Münchner Kunstpäpste und protzende Fabrikanten aus dem Ruhrgebiet, weltgewandte Nobelpreisträger und miese Hochstapler, schwerreiche Rentiers und zu Geld und Ruhm gekommene Sportler ließen sich an den Gestaden des Starnberger Sees nieder. Ein buntes Völkchen, das da (mit dem entsprechenden »Kleingeld« in der Tasche) seinen Wohlstand zur Schau stellt. Die Autorin, die bereits mehrere Monografien über das Fünfseenland verfasst hat, stellt in diesem Prachtband mit ganzseitigen Farbfotos und einer Fülle weiterer Schwarz-Weiß- und Farbfotos 44 in erster Linie repräsentative historische Gebäude vor, die auch heutzutage zum größten Teil noch von den Nachfahren der einstigen Bauherren be ... mehr

Diese Buchbesprechung hat uns freundlicherweise die Kulturzeitung „Münchner Feuilleton“ zur Verfügung gestellt.

Grenzüberschreitende Ermittlungen

Autor: Schneider Anna
Verlag: Fischer
Erscheinung: 2/2021

|  Marion Hübinger  https://buchpalastmuenchen.de

Schon der Einstieg in den ersten Krimi der Grenzfall-Serie macht deutlich, die junge und engagierte Alexa Jahn will in ihrem neuen Job als Kriminaloberkommissarin bei der Kripo Weilheim alles richtig machen. Durch und durch Polizistin stürzt sie sich gleich in den ersten Fall, der nichts für schwache Nerven ist. Ein zerteiltes Mordopfer, und die Spur der Leichenteile führt von Lenggries bis über die österreichische Grenze nach Tirol. So muss sich die junge Kommissarin nicht nur vor ihrem neuem Vorgesetzten beweisen, mit dem unbequemen Kollegen Huber im Team arbeiten, sondern sie muss auch ihren ersten grenzüberschreitenden Fall übernehmen. Dabei trifft sie auf den alternden Kollegen Bernhard Krammer aus Österreich, der sich an seinen eigenen Schwung aus jungen Jahren erinnert fühlt und eine ganz eigene Geschichte verbirgt. Eine Mischung aus spannender Ermittlungsarbeit, menschlicher Abgründe oder Beweggründe und der frischen Energie einer jungen Kommissarin, die ihr ... mehr

Diese Buchbesprechung hat uns freundlicherweise die Buchhandlung „Buchpalast“ in München-Haidhausen zur Verfügung gestellt.

Bühnenliterat Jaromir Konecny performt aus dem Migrantenleben

Autor: Konecny Jaromir
Verlag: lichtung verlag
Erscheinung: 2/2021

|  Katrin Rüger  https://buchpalastmuenchen.de

Selbst in Prag geboren und 1982 nach Deutschland emigriert, erzählt Konecny vom schelmisch, tragischen Flüchtlingsdasein seines Helden Lolek Nemec. Die Übersetzung seines tschechischen Nachnamens "Nemec" lautet "Deutscher", ein Grund, warum Nemec schon immer meinte, nach Deutschland zu gehören. Hochmotiviert hier sein Leben zu meistern, stolpert der Migrant und Geschichtensammler durch ein deutsches Leben in und um München, welches von osteuropäischen Lebensgewohnheiten geprägt bleibt. Die Sache will  ihm nicht ganz gelingen. Auf der Suche nach seinem Glück und immer neugierig auf alle Menschen, denen er begegnet, führt er den Leser in ein amüsantes, sprachwitziges, episondenhaftes Lesevergügen unseres schrecklich herrlichen Miteinander.

Diese Rezension wurde uns freundlicherwesie zur Verfügung gestellt von der Buchhandlung Buchpalast in München-Haidhausen.

Diese Buchbesprechung hat uns freundlicherweise die Buchhandlung „Buchpalast“ in München-Haidhausen zur Verfügung gestellt.

Der München-Roman "Am Götterbaum"

Autor: Pleschinski Hans
Verlag: C.H. Beck Verlag
Erscheinung: 1/2021

|  Florian Welle  https://muenchner-feuilleton.de

»Mir ging es immer darum«, erklärte Hans Pleschinski einmal, »Historie wachzurufen«. Dieser Arbeitsmaxime verdanken wir unter anderem eine Übersetzung des geheimen Tagebuchs des Herzogs von Cro sowie die Herausgabe der Lebenserinnerungen von Else Sohn-Rethel. Die Fantasie für das eigene Schaffen wurde in den letzten Jahren vor allem von Literaturnobelpreisträgern beflügelt. In »Königsallee« imaginierte der Schriftsteller ein Aufeinandertreffen von Thomas Mann und seinem »Augenstern« Klaus Heuser in der Wirtschaftswunder-BRD. In »Wiesenstein« erzählte er die letzten Lebensjahre Gerhart Hauptmanns. Pleschinskis jüngster Roman »Am Götterbaum« scheint nahtlos daran anzuschließen, steht doch mit dem gebürtigen Berliner Paul Heyse – nach dem Historiker Theodor Mommsen und dem Philosophen Rudolf Eucken – der erste deutsche mit dem Literaturnobelpreis ausgezeichnete Schriftsteller im Zentrum. Oder?

Was auf den ersten Blick ausgemacht sc ... mehr

Diese Buchbesprechung hat uns freundlicherweise die Kulturzeitung „Münchner Feuilleton“ zur Verfügung gestellt.

Münchenspaziergänge

Autor: Pleschinski Hans
Verlag: C.H. Beck Verlag
Erscheinung: 1/2021

|  Friederike Wagner  https://buchpalastmuenchen.de

Ein Spaziergang dreier Damen durch das frühabendliche München, denen sich zwei Herren dazu gesellen - nicht zufällig, sondern verabredet. Sie alle verbindet ein Interesse an Paul Heyse, der im München des 19. und des angehenden 20. Jahrhunderts eine zentrale bekannte und gefeierte Persönlichkeit war, ausgezeichnet mit dem Literaturnobelpreis. Sie sind auf dem Weg zur ehemaligen Heyse-Villa, in der ein nach ihm benanntes Kulturzentrum entstehen könnte. Die Flaneure tauschen sich aus über den Literaten, zitieren ihn und beobachten parallel dazu die Münchner, die an diesem lauen Märzabend unterwegs sind. Kennt der Leser die Stadt, hat er viele erwähnte Orte und Details sofort vor Augen und spaziert mit den Protagonisten durch Strassen und über Plätze. Ein Münchenroman des Münchner Autors Hans Pleschinski.

Diese Rezension wurde uns freundlicherweise von der Buchhandlung Buchpalast in München-Haidhausen zur Verfügung gestellt.

Diese Buchbesprechung hat uns freundlicherweise die Buchhandlung „Buchpalast“ in München-Haidhausen zur Verfügung gestellt.

Nürnbergs Bekenntnis zu seiner nationalsozialistischen Geschichte.

Autor: Radlmaier, Steffen und Zelnhefer, Siegfried
Verlag: ars vivendi
Erscheinung: 1/2021

|  Hans Baier  https://www.mi

Während es anderswo mit der Umbenennung von Hitlerstraßen getan war, konnte Nürnberg seine braune Hypothek nicht so leicht tilgen. In keiner anderen Stadt weisen so unübersehbare bauliche Hinterlassenschaften auf den nationalsozialistischen Größenwahn hin. Der Verfasser führt an die historischen Orte und erklärt ihre frühere und gegenwärtige Nutzung. Beginnend mit dem Reichsparteitagsgelände, wo von 1933 bis 1938 die Naziaufmärsche stattfanden, die durch Leni Riefenstahls Film "Triumph des Willens" noch heute erlebbar sind. Dann mit dem Saal 600 im Justizpalast, dem Schauplatz der Nürnberger Prozesse 1945/46. Ergänzende Texte von Prozessbeobachtern, z. B. von Simone de Beauvoir, Bertolt Brecht, Ilja Ehrenburg und Herta Müller bieten einen anschaulichen Einblick in das damalige Geschehen. Vorgestellt werden verschiedene Aktionen der Stadt, um des verhängnisvollen Erbes Herr zu werden. So mit der gegenwärtigen Nutzung des Reichsparteitagsgeländes als ... mehr

Diese Buchbesprechung hat uns freundlicherweise die Rezensionszeitschrift „Bayern im Buch“ zur Verfügung gestellt.