Paulus Papius - Gesellschaft für fränkische Geschichte, Borchardt Karl, Graf zu Dohna Jesko
 

Publikationen

Paulus Papius

Chronik der Grafen zu Castell

Autor Gesellschaft für fränkische GeschichteBorchardt KarlGraf zu Dohna Jesko
Reihe I. Reihe: Fränkische Chroniken (Nr. 8)
Seiten 668
Gattung Historisches Sachbuch
Themenbereich Historisches
Epoche Mittelalter
Personen Paulus Papius, Fries Lorenz
Ort Iphofen
Regierungsbezirk Unterfranken
Suchbegriff Castell, Paulus Papius, Chronik, Grafen, Aufzeichnungen, Lebensgeschichte, Familiengeschichte, fränkische Geschichte
Buchart Hardcover
ISBN | EAN Z000000758 | 9783866520080
ErschienenNovember 2023 (Neustadt a.d. Aisch)

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Erstmals kritisch editiert und kommentiert wird hier vorgelegt eine Chronik der Grafen und Herrn zu Castell, welche deren langjähriger Sekretär Paulus Papius aus Iphofen (gest. 1607) angefertigt hat. Es handelt sich um ein wichtiges Werk späthumanistischer Historiographie in Deutschland. Ziel der Arbeit war es, aus nicht-würzburgerischer Sicht die fränkische Geschichte darzustellen, gewissermaßen als Gegenstück zur Würzburger Bischofschronik des Lorenz Fries. Entsprechend wird die Bedeutung der Grafen und des Adels für die fränkische Identität hervorgehoben. Nicht die Bischöfe als Nachfolger der im 8. Jahrhundert ausgestorbenen Herzöge, sondern die Grafen als Nachkommen der einstigen Herzöge seien entscheidend. Die von Johannes Trithemius erfundenen Genealogien fränkischer Könige und ostfränkischer Herzöge werden also genau entgegengesetzt interpretiert wie bei Lorenz Fries. Zugleich wird das urkundliche Material ausgebreitet, auf das Castell seinen Rang stützte. Dadurch entsteht eine kleinteilige Herrschaftsgeschichte Mainfrankens mit interessanten Bewertungen zu diversen Erbteilungen und Erbansprüchen, zum Verhältnis zu den Zollern als Burggrafen von Nürnberg und Markgrafen von Brandenburg, zum Bauernkrieg, zur Reformation, zum Aussterben der Grafen von Wertheim, das Castell den Erwerb von Remlingen ermöglichte, zu den Kriegsdiensten des Grafen Friedrich (gest. 1552) für die französische Krone usw. Friedrichs Bruder Heinrich (gest. 1592), der Hauptauftraggeber der Chronik, war ein klassisch gebildeter Herr, der nicht nur Latein, sondern auch Griechisch las. Auf ihn dürfte die multifunktionale Ausrichtung der Chronik zurückgehen. Weit mehr als ein Geschichtsbuch, diente sie der gräflichen Verwaltung als Nachschlagewerk und den regierenden Grafen als Anleitung zu gut christlichen Handeln als Obrigkeit.

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