Privileg Mischehe? - Strnad Maximilian
 

Publikationen

Privileg Mischehe?

Handlungsräume »jüdisch versippter« Familien 1933-1949

Autor Strnad Maximilian
Verlag Wallstein Verlag
Reihe Hamburger Beiträge zur Geschichte der deutschen Juden
Seiten 512
Suchbegriff Nationalsozialismus
ISBN | EAN 3835339001 | 9783835339002
ErschienenMärz 2021

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Die erste überregionale Gesamtdarstellung über Verfolgungsdruck und Handlungsräume von Mischehen im Nationalsozialismus und in der Nachkriegszeit. Über 11.000 deutsche Juden überlebten den Holocaust, weil sie mit einem nichtjüdischen Partner verheiratet waren. Auf Grund ihrer familialen Verbindung zur »Volksgemeinschaft« nahm das NS-Regime sie von zentralen Verfolgungsmaßnahmen, Deportation und Vernichtung aus. Im Sprachgebrauch der Nationalsozialisten galten sie daher als »privilegiert«. Dennoch war die Mischehe keine Garantie für ein Überleben. Vor allem lokale Behörden gingen immer radikaler gegen die Mischehen vor. Viele Betroffene verloren dadurch nicht nur ihre Existenzgrundlage, sondern oft auch Freiheit und Leben. Im Zentrum von Maximilian Strnads Studie stehen die Handlungsräume der verschiedenen Familienmitglieder. Der Autor zeigt, wie unterschiedlich sich die Verfolgung in den Familien jüdischer Männer und Frauen auswirkte. Deutlich werden die gravierenden Konsequenzen für die Ehepartner und Kinder. Dennoch verfügten sie über Handlungsspielräume, die sie zu Gunsten der Familie einsetzten. Strnad weitet den Blick auch auf die Zeit nach 1945. Er beschreibt die Ernüchterung der Überlebenden, die das Stigma der »Privilegierung« nicht ablegen konnten und die deshalb kaum Anerkennung und Unterstützung fanden.

I. Einleitung

  1. Forschungsüberblick
  2. Begriffe
  3. Ansarz und Methode
  4. Aufbau und Leitfragen
  5. Quellen
  6. Die Entwicklung der Mischehen vor 1933 36

II. Diskriminierung - Ausschluss aus der »Volksgemeinschaft« (1933-1938)

  1. Boykott und »Arierparagraph«: Verdrängung aus dem Arbeitsumfeld
  2. Die Nürnberger Gesetze: Rassistische Ausgrenzung
  3. Soziale Isolation: Auflösung gesellschaftlicher Bezugsrahmen
  4. Rückzugsräume I: Das Private
  5. »Arisierung«: Enteignung des Wirtschaftraumes
  6. Die Suche nach einem Ausweg: Innerfamiliale Übertragungsstrategien
  7. »Jüdischer Einfluss über den Familientisch«: Trennung von Privat- und Geschäftsräumen
  8. »Kristallnacht« 1938: Zerstörte Rückzugsräume

III. »Privilegierung« - Verfolgungsräume im Zeichen des Krieges (1939-1942)

  1. Getrennte Handlungsräume: »Privilegierung« der Mischehen
  2. Riickzugsräume II: Emigration
  3. Verfolgungsräume I: Ghettohäuser und Sammelunterkünfte
  4. Vermögensentzug, Enteignung und fiskalische Verfolgung
  5. Verschlossene Handlungsräume: Eingeschränkter Zugang zu Lebensmitteln
  6. Geteilte Handlungsräume: Unterstützung durch nichtjüdische Ehepartner
  7. Veränderte Geschlechterrollen im öffentlichen Raum: Kennzeichnungspflicht und Fahrverbote
  8. Verfolgungsräume II: Geschlossener Arbeitseinsatz
  9. Überlebensraum: Schutz vor der Deportation
  10. 1Statusänderung I: Adoption
  11. Starusänderung II: Tod und Scheidung

IV. Im Visier - Überlebens- und Todesräume in der zweiten Kriegshälfte (1942/43-1945

  1. Zwischen Wannsee und Rosenstraße: Ansätze zur »Lösung der Mischehenfrage«.
  2. »Rückkehr unerwünscht«: Mordaktionen im Rahmen der »Schutzhaft«
  3. Verfolgungsräume III: Verschärfung der Konzentration
  4. Tod im »Osten«: Deportation der Juden aus aufgelösten Mischehen
  5. Im Arbeitslager: »Wehrunwürdig« bei der Organisation Todt
  6. Kriegsendphase: Räumung der frontnahen Gebiete
  7. Tod aus der Luft: Bombenalltag inner- und außerhalb der Bunker
  8. Tödliche Gefahr: Arbeitscrzichungslager
  9. Rückzugsräume III: Versteck und Suizid
  10. Im Ghetto: Deportation nach Theresienstadt
  11. Das letzte Kapitel: Endphaseverbrechen an Mischehen

V. Opfer 2. Klasse? — Die Situation der Mischehen nach der Befreiung (1945-1949)

  1. Das Privileg, zu überleben
  2. Befreiung und Rückkehr
  3. Hilfsräume I: »Liebesgaben«, internationale Hilfe und die Rolle der Kirchen
  4. Hilfsräume II: Jüdische Gemeinden
  5. Hilfsräume III: Opferverbände und Hilfsstellen für rassisch verfolgte Nichtjuden
  6. Rückzugsräume IV: Gehen oder Bleiben?
  7. Ausblick: Erschwerte Wiedergutmachung

VI. Zusammenfassung

VII. Anhang

  1. Abkürzungsverzeichnis
  2. Tabellen
  3. 3Abbildungsverzeichnis
  4. Quellen
  5. Literatur
  • Danksagung
  • Orts- und Personenregister

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