Herbstwindwischpara - Göttler Norber
 

Publikationen

Herbstwindwischpara

Bairische Gedichte

Autor Göttler Norber
Verlag Allitera Verlag
Seiten 140
Gattung Mundart
ISBN | EAN 3962330461 | 9783962330460
ErschienenAugust 2018

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Gedichte in bairischer Mundart neigen leicht zum Lieblichen, Klischeehaften. Nicht so beim Bezirksheimatpfleger von Oberbayern Dr. Norbert Göttler. Seine philosophischen Texte zum Thema »Herbst« atmen das Erdige, Morbide, Schräge. Sie ziehen einen feinen Bogen zwischen Melancholie und bissigem Witz. Nicht selten zeichnen sie auch die gebrochenen Linien in Gesellschaft und Politik nach. Norbert Göttler gelingt es auf diese Weise, dem Dialekt seine ureigene Funktion wiederzugeben: unmittelbare Sprache der Seele zu sein.

DR. NORBERT GÖTTLER, 1959 in Dachau geboren, studierte in München Philosophie, Theologie und Geschichte. Nach seiner Promotion war er von 1985 bis 2012 als Freier Publizist, Schriftsteller (Rowohlt, dtv, u.a.) und Fernsehregisseur (BR, ARD, 3sat, arte) tätig, von 2000 bis 2011 hauptamtlicher Kreisheimatpfleger des Landkreises Dachau, seit 2012 Bezirks­heimatpfleger von Oberbayern.
Er ist Mitglied des deutschen PEN-Zentrums, der Europäischen Akademie der Wissenschaften und Künste (Salzburg) sowie der Literatenvereinigung »Münchner Turmschreiber«. Er veröffentlichte zahlreiche Romane, Kurzgeschichten, Lyrik und Theaterstücke. Er wurde mit dem Freundeszeichen der Katholischen Akademien Bayern und dem Bundes­verdienstkreuz der Bundes­republik Deutschland ausgezeichnet und erhielt den Bayerischen Poetentaler.

eins
draamhappert durchn oidweibasomma

da laare danzbodn
so a soitsamer dog
hoibscharig 
da blaue vogel
hinterhoibfür
dilemma
auf d’gant kumma
kloa beigebn
s johr dafoit
prestigeverlust
wintagschpensta im herbst

zwei
d’dog brocka wia reife draubn

jetz no oamoi lebn
herbstwinddralla
danse macabre
schenant
theorie und praxis
herbstliachtn
noblesse oblige
drachnfreiheit 

drei
dVedahexn schpeim schnäschleim

da sturmhund
rindn statt haut
i roi und roi
wedakerzn
die kavallerie der leitschinda
no steh i do
koide woid
woiknwoif

vier
drehwurmgfui im hollerlaub

drehwurmgfui
hallodri
bewirtung
nachtspaziergang
drialerei
zsammad
kenn di scho
hollerlaub
mitbringsel
voller lebn
vawunschn samma
rote astern
kloane bosheitn
i kos mit dir
a fremde luft
herbstsonne im innenhof der glyptothek

fünf
kindaherbstwindwischpara

drähwurmgluschta
abzählreime zum boarischlerna
bairisch-französische herbstreime
generationenkonflikt
d ’oma und da opa

sechs
gluadnester in da näwesuppn

näwedog
de oide oach
in da näwegschpensterwoid
neue bescheidenheit
mei windschiafs lebn
verpuppung
recycling
vogelflug
’s gluadnest
d sonn im woikngrauverhau
’s buidlgschäft 

sieben
an de wadl schnüffelt der dod

boahausfliang
triebfeder der evolution
über de graaba
koa zustand ned
so a bresthafter dog
biergarten nach der saison
d schnäkönigin

acht
verhext vo da schwarzn windsbraut

de dür
`s wassa bis zum hois
lebensfragen
kosmische urprünge
existenziell wurschtig
trauriger woiza
sturmtief
kumma und geh
d’kartn wem nei gmischt
drent und herent
sei duat s wos
glaubenszweifel
geistliche (ent)täuschungen
vorstadtfronleichnam 

neun
suibapapierl am himme

suibapapierl am himme
oiwei weida
aufbrecha
zirkus im spätherbst
stoahart
buchstabu spanna
vegetatives

und zehn (des aa no)
... a herbstzeitlosengiftige und enzianbittere zugabe

brandin duat s!
`s boarisch herz?
liberalitas bavariae
bayerische logik
ebn und lebn lassn
d’hoberer
zum 24. September 2017
mia san mia I
mia san mia II
da millebauer z’garching
aufm boarischen brocken 

 

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in Zusammenarbeit mit Gerhard Willhalm (stadtgeschichte-muenchen.de)


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